Wuppertal macht einen weiteren Schritt in Richtung datengestützter Stadtentwicklung: Ab 2026 werden vier neue Sensoren in den Innenstadtbereichen von Elberfeld und Barmen kontinuierlich den Besucherstrom messen. Die Stadt will so präzise und verlässliche Informationen über die Frequenzen von Passanten sammeln. Zugleich will sie die Grundlage für eine gezielte Standort- und Wirtschaftsförderung schaffen.
Die Wirtschaftsförderung Wuppertal beauftragt dafür ein Unternehmen, das bereits einen Frequenzsensor in Elberfeld betreibt. Diese bestehende Infrastruktur wird nun erweitert: Zwei weitere Sensoren werden im Rahmen eines Leasingmodells mit einer zunächst dreijährigen Laufzeit installiert. Hinzu kommt noch ein weiterer Sensor. Dieser wurde im Zuge eines Förderprojekts von der Stadt Wuppertal beschafft. Dieser Sensor wird ebenfalls in die technische Messung integriert. Der Vorteil des neuen Systems: Im Gegensatz zu den bisherigen stichpunktartigen Messungen werden die Frequenzen jetzt kontinuierlich und in Echtzeit erfasst.
Wuppertal hat den Datenschutz im Blick
Die Messung erfolgt mit Laserscannern, die die Bewegungen von Passanten anonym und datenschutzkonform erfassen, wie die Stadt mitteilt. Die per Laserscanner erhobenen Daten sollen belastbare Kennzahlen über die Passantenfrequenz liefern – ein wichtiger Faktor für die Ansiedlung oder den Standortverbleib von Unternehmen.
Eva Platz, Vorständin der Wirtschaftsförderung Wuppertal, erläutert, dass die Passantenfrequenz für ansiedlungsinteressierte Unternehmen aus Einzelhandel, Dienstleistung oder Gastronomie ein zentraler Indikator für die Attraktivität eines Standorts ist. Mit den kontinuierlichen Erhebungen wolle die Stadt Investoren künftig aktuelle, vergleichbare und aussagekräftige Kennzahlen bereitstellen. „Gleichzeitig sind die Daten auch für bestehende Retail-Unternehmen von Bedeutung, wenn es darum geht, am Standort zu bleiben wie etwa bei Mietvertragsverlängerungen.“
Stadtentwicklung messbar machen
Ein weiteres Ziel der Maßnahme ist es nach Angaben der Stadt, die Auswirkungen städtebaulicher Veränderungen oder Veranstaltungen auf den Passantenverkehr besser messen zu können. So lässt sich beispielsweise nach einer Umgestaltung der Fußgängerzone oder einer großflächigen Veranstaltung direkt ablesen, ob die Veränderungen zu einer Steigerung des Besucheraufkommens geführt haben.
Die Installation der Sensoren ist für Anfang 2026 geplant, der Betrieb soll im gleichen Jahr aufgenommen werden. Die Finanzierung erfolgt durch ein Leasingmodell, das eine flexible Nutzung der Technologie für mindestens drei Jahre gewährleistet.
Ariane Mohl ist Redakteurin im Public Sektor des F.A.Z.-Fachverlags. Für die Plattform #stadtvonmorgen schreibt sie über die Energiewende in den Städten und Gemeinden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung. Die Politikwissenschaftlerin arbeitet seit rund 20 Jahren als Journalistin. Vier Jahre lang war sie als Redakteurin für den Neuen Kämmerer tätig. Nach fünf Jahren bei der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) ist sie seit Juli 2025 wieder für den F.A.Z.-Fachverlag im Einsatz.

