Nach der Coronapause startet die Bundesliga wieder mit Geisterspielen. Städte und OBM warnen die Fußballfans vor Menschenansammlungen außerhalb der Stadien.

Die Fortsetzung der Fußballsaison in der Ersten und Zweiten Bundesliga steht am Wochenende bevor. Aufgrund der Coronakrise läuft die Saison ohne Publikum, also mit sogenannten Geisterspielen, weiter. Die Städte sind diesbezüglich dennoch skeptisch und treffen Vorkehrungen dafür, dass die Coronaregeln auch außerhalb der Stadien von Fußballfans eingehalten werden. Dies gilt besonders für das Revierderby zwischen den benachbarten Klubs Borussia Dortmund und FC Schalke 04. In Düsseldorf sind zudem Promotionteams unterwegs, um über die Coronaregeln zu informieren.

Städte warnen zum Bundesligastart vor Fanansammlungen

„Wir rechnen damit, dass sich Fans vor den Stadien treffen, wenn der Spielbetrieb mit Geisterspielen wieder aufgenommen wird“, warnt der Präsident des Deutschen Städtetags Burkhard Jung, OBM aus Leipzig. Jung sieht den Ligaträger, in diesem Fall die Deutsche Fußballiga (DFL), sowie die Vereine in der Pflicht. Es gelte, dem Entstehen von Menschenansammlungen vorzubeugen. „Dafür müssen die Vereine deutlich mehr Ordnungspersonal einsetzen, vor allem bei Partien, die normalerweise viel Publikum anziehen“, sagt Jung.

Das Problem nehme durch die Öffnung der Gastronomie zu. „Den Fans muss klar sein, dass Abstands- und Hygieneregeln auch in ihren angestammten Fanlokalen gelten“, sagt Jung. „Die Kontrolle kann nicht allein der Polizei und den Städten zugeschoben werden.“ Der Deutsche Fußball-Bund und die DFL hatten ein Konzept vorgelegt, wie sich der Infektionsschutz bei Geisterspielen im Stadion bestmöglich gewährleisten lässt. Deren Zuständigkeit endet allerdings an den Toren zu den Stadien. Nötig sei „im Vorfeld eine effektive Koordination zwischen den Bundesligavereinen als Veranstalter, der Polizei und den Städten“, fordert Jung.

Kein gewohnter Torjubel beim Dortmund-Schalke-Derby

In Dortmund gibt es den Schulterschluss zwischen Verein, Stadt und Polizei. In einem gemeinsamen Statement appellierten sie am Mittwoch im Vorfeld der Partie an die Fans, die Coronaregeln einzuhalten. „Bleiben Sie zu Hause – so muss das Motto auch und ganz besonders beim Derby lauten“, sagt OBM Ullrich Sierau. Im Sinne des Infektionsschutzes müssten Fußballfans auf das „Derbygucken“ in Gruppen verzichten.

„Sie dürfen nicht zum Stadion und sollten auch nicht auf die Plätze in der Innenstadt gehen.“ Sierau weist eindringlich darauf hin, dass „Ansammlungen strikt verboten sind“. Es gelte noch immer ein Kontaktverbot. „In diesen Coronazeiten sollte sich die Solidarität der Fußballbegeisterten untereinander und auch zur Mannschaft zeigen, indem sie die Einschränkungen respektieren, besonnen bleiben und dem Virus nicht das Feld überlassen.“ In der Gastronomie gebe es Zugangskontrollen oder Sitzplatzzuweisungen. „Einen Torjubel, wie wir ihn sonst kennen, darf es in der Gaststätte und in den Außenbereichen nicht geben.“

Allgemeinverfügung und Promotionsteams in Düsseldorf

Informiert über die Düsseldorfer Allgemeinverfügung hinsichtlich des Bundesligastarts in der Coronakrise: OBM Thomas Geisel. (Quelle: Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert)

Informiert über die Düsseldorfer Allgemeinverfügung hinsichtlich des Bundesligastarts in der Coronakrise: OBM Thomas Geisel. (Quelle: Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert)

Auch in Düsseldorf wandte sich OBM Thomas Geisel an die Fußballanhänger. Geisel weist eindringlich auf die Coronaregeln hin. Am Samstag empfängt Fortuna Düsseldorf den SC Paderborn. Es müsse verhindert werden, dass sich an Treffpunkten in der Stadt Menschenansammlungen und damit Infektionsherde bilden. Die Lockerungen der Cornabeschränkungen seien hart erkämpft. Diesen Erfolg dürfe man nicht leichtfertig verspielen.

Die Stadt verbietet nach einer Abstimmung zwischen Ordnungsamt, Polizei und dem Gaststättenverband per Allgemeinverfügung in bestimmten Vierteln die Fernsehübertragungen auf Außenterrassen von Lokalen. Der Außerhausverkauf von Alkohol ist ebenfalls eingeschränkt. Die Allgemeinverfügung ist zunächst bis zum 11. Juli, dem vorgesehenen letzten Ligaspieltag, befristet. Um für die Lage zu sensibilisieren, sind zudem Promotionsteams unterwegs. Die 40 städtischen Mitarbeiter informieren persönlich und mit Flugblättern unter anderem zum Abstandsgebot und dem Tragen eines Mundschutzes.

„Die Null muss stehen – nicht bei Schalke, aber bei den Infektionen!“

Der Dortmunder OBM Sierau formuliert das Ziel der Maßnahmen in bewährter Fußballersprache: „Die Null muss stehen – nicht beim Spielergebnis für die Schalker auf dem Platz, aber bei den neuen Infektionen!“

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