OBM Uli Burchardt schlägt eine Begrenzung der Freizeitmobilität auf den eigenen Landkreis vor. Dies soll lokale Lockerungen ermöglichen.

Hinsichtlich der touristischen Attraktivität seiner Stadt und möglicher Lockerungen der Coronaregeln bringt OBM Uli Burchardt aus Konstanz eine Steuerung der Freizeitmobilität ins Spiel. In einem Brief an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schlägt er eine „temporäre Einschränkung der Mobilität“ vor. Demnach könnte die Bewegung in der Freizeit beispielsweise „ausschließlich im eigenen Landkreis erlaubt sein“.

Andrang an touristischen Hotspots steht behutsamen Öffnungen entgegen

Der Vorschlag steht im Kontext der Diskussion um Rahmenbedingungen für mögliche Lockerungen in der Coronakrise. Dabei macht Burchardt auf die touristische Anziehungskraft der Stadt Konstanz aufmerksam. Derzeit diskutiere man „vorsichtige Öffnungsschritte für die Städte und Gemeinden“. Dabei besorge ihn, „dass unsere gemeinsamen Bemühungen durch eine Vielzahl gleichzeitig anreisender Gäste konterkariert werden könnten“.

Hygienebestimmungen seien bei einem Andrang großer Menschenmengen kaum umsetzbar. Dies gelte insbesondere für beliebte touristische Destinationen. „Lockerungen gehen automatisch einher mit sehr großen Besucherfrequenzen und damit einer größeren Gefährdungslage – sowohl für die Einheimischen als auch für die Gäste.“ In Tübingen, wo derzeit Öffnungsschritte erprobt werden, weist OBM Boris Palmer Gäste der Stadt sogar ab.

Burchardt: „Müssen von der Strategie des Auf- und Zumachens wegkommen“

„Wir müssen von der bisherigen Strategie des Auf- und Zumachens, des Hoch- und Runterfahrens wegkommen“, schreibt Buchardt. „Wir müssen klügere Instrument einsetzen, die einerseits der Gefährdungslage gerecht werden, andererseits aber der Bevölkerung vor Ort neue Spiel- und Handlungsräume ermöglichen.“ In diesem Zusammenhang regt er an, die Freizeitmobilität zu begrenzen.

„Alle Landkreise in Baden-Württemberg bieten meines Erachtens ausreichend Möglichkeiten zur Naherholung, die in dieser begrenzten Phase genutzt werden können“, so der Oberbürgermeister. „Auf diese Weise könnten aus Pandemiesicht problematische große Ansammlungen von Menschen vermieden werden. Gleichzeitig könnte dadurch ein Rahmen gewährleistet werden, um vor Ort auch bei Inzidenzen über 100 in kleinen Schritten zu einem normalen Leben zurückkehren zu können.“

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