In Offenbach steigen die Coronainfektionszahlen. Die Stadt verschärft die Restriktionen und kooperiert mit Nachbarkommunen wie Frankfurt.

In ihrem Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus kooperiert die Stadt Offenbach mit dem Landkreis Offenbach und der benachbarten Stadt Frankfurt am Main. Da in den vergangenen Wochen die Zahlen der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Offenbach auf über 50 innerhalb von sieben Tagen gestiegen sind, schreibt das Eskalationskonzept des Landes Hessen eine Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen vor. Zudem verschärfte die Stadt Offenbach bereits am Freitag die Kontaktbeschränkungen gegen die Coronaverbreitung.

Offenbach und Frankfurt kooperieren im Kampf gegen Corona

In einer Telefonkonferenz stimmten sich der Offenbacher OBM Felix Schwenke und der Frankfurter OBM Peter Feldmann gemeinsam mit den Gesundheitsdezernenten über das gemeinsame Vorgehen ab. „Das Virus macht nicht an Stadtgrenzen halt“, sagt Feldmann. „Wir Frankfurter tun gut daran, uns genau anzuschauen, wie Offenbach mit der Krise umgeht – und ob bestimmte Maßnahmen auch auf unsere Stadt übertragbar sind.“

Den Bürgern sei „nur schwer zu vermitteln“, warum in den nahe beieinander liegenden Gebietskörperschaften unterschiedliche Regeln gelten, so Schwenke. „Ein koordiniertes Vorgehen ist im Interesse beider Städte.“ Bereits seit Beginn der Coronakrise kooperieren die Gesundheitsämter beider Städte im Bereich der Kontaktnachverfolgung. Diese Zusammenarbeit wird nun intensiviert.

Zukünftig sollen sich die Fachdezernate beider Städte intensiv über beschlossene und geplante Maßnahmen sowie deren Wirksamkeit austauschen. Zudem soll eine gemeinsame Kommunikationsstrategie die Bürger städteübergreifend informieren. Von der regionalen Koordination erhofft man sich ein gemeinsames Lernen im Kampf gegen die Pandemie und eine „noch passgenauere“ Umsetzung von Maßnahmen dagegen. In die Abstimmung bringt sich auch der Landkreis, wo sich das Infektionsgeschehen bislang noch weniger dynamisch als in den urbanen Zentren erweist, ein.

Offenbach: Über 50 Neuinfektionen in einer Woche

Offenbach war nach eigenen Angaben die erste Stadt in Deutschland, die den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten hatte, ohne dass ein lokales Einzelereignis dafür verantwortlich ist. Aufgrund steigender Infektionszahlen führte die Stadt zuletzt auch pionierhaft eine Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten ein. Seit Samstag gelten im Offenbacher Stadtgebiet zudem neue Kontaktbeschränkungen, vorerst bis zum 3. September.

„Wir verfolgen konsequent einen klaren Kurs: möglichst exakt zum Problem passende Entscheidungen zu treffen“, erklärt Schwenke. „Wir wollen Schäden für Wirtschaft, Gastronomie, Kultur und Sport so gering wie möglich halten.“

Mit 650 Personen ist derzeit jeder 200. Offenbacher in Quarantäne. Dabei erweist sich die Eindämmung des Virus als besonders schwierig, da sich dessen Verbreitung keinem klaren Ort mehr zuordnen lässt. Hessens Sozialminister Kai Klose kündigte personelle Unterstützung des Landes zur Kontaktpersonennachverfolgung an. Das städtische Ordnungsdezernat hat im Bereich der Coronakontrollen einen Schwerpunkt auf die Einhaltung der Quarantänepflicht gelegt.

Sperrstunde und Kontaktbeschränkungen: Diese neuen Coronaregeln gelten in Offenbach

– Aufenthalte im öffentlichen Raum sind in Gruppen von höchstens fünf Personen oder mit den Angehörigen des eigenen und eines zweiten Hausstandes erlaubt. Dies gilt auch für Aufenthalte in der Gastronomie. Für den privaten Bereich gilt dieselbe Empfehlung. Private Treffen wie Geburtstagsfeiern sind auf maximal 50 Personen beschränkt.

– Es gilt eine Sperrstunde ab Mitternacht für Lokale.

– Kulturveranstaltungen wie Theater, Opern, Konzerte, Kinos oder ähnliche sind auf maximal 100 Personen beschränkt.

– Organisierte Zusammenkünfte von Senioren in geschlossenen Räumen sind auf maximal 25 Personen begrenzt.

– Die Stadtverwaltung konzentriert ihr Personal im Gesundheitsamt und im Ordnungsamt. Das Land unterstützt mit zehn Medizinstudenten.

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