Um den Coronavirus einzudämmen, gibt es Grenzkontrollen – aber nur zu manchen Nachbarstaaten. Reisen Viren also lieber über Frankreich als über Belgien?

Offenbar sind Viren, die aus oder nach Frankreich kommen, besonders gefährlich. Zumindest gefährlicher als die Viren, die aus Belgien kommen oder dahin reisen.

Zu diesem Schluss könnte man kommen, wenn man sich die Entscheidung von Bundesinnenminister Horst Seehofer betrachtet, zur weiteren Eindämmung des Coronavirus vorübergehende Grenzkontrollen einzuführen. Die gelten nämlich zunächst bis 4. Mai zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und sogar luftseitig zu Italien und Spanien. An den Grenzen zu Holland oder Belgien, beispielsweise, ändert sich hingegen kaum etwas.

Oberbürgermeister aus Grenzregionen, die von den neuen Kontrollen betroffen sind, wie Uwe Conradt aus Saarbrücken empfinden diese als unverhältnismäßige Belastungen – gerade in der Coronakrise. Das Innenministerium sieht das anders. Die Kontrollen konzentrierten sich auf Binnengrenzen, an denen dies erforderlich erscheine. Anderswo habe die Bundespolizei ihre Maßnahmen ebenfalls verstärkt. Das Innenministerium stimme sich dabei mit den Bundesländern und den Nachbarstaaten ab, teilt es auf Nachfrage der OBM-Zeitung mit.

Auf die Frage, inwiefern die Viren, die möglicherweise über oder nach Belgien reisten, weniger gefährlich seien als die, die die Grenze nach Frankreich passierten, äußert sich das Ministerium aber nicht.

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