Die Bundesregierung will die kostenlosen Corona-Bürgertests einstellen. OBM Frank Mentrup warnt davor und will sie beibehalten.

„Es ist ein Fehler, dass die Bundesregierung die kostenlosen Corona-Bürgertests abschaffen will“, sagt OBM Frank Mentrup aus Karlsruhe. Der Mediziner appelliert an die Bundesregierung, das Angebot kostenloser Tests fortzusetzen. Dies sei ein Baustein, um die Coronakrise beherrschbar zu halten. Die Bundesregierung will das Angebot kostenloser Bürgertests ab dem 11. Oktober beenden.

Mentrup für kostenlose Tests – Palmer will weiter testen

Angesichts der aktuell steigenden Inzidenz seien die kostenlosen und damit niedrigschwelligen Testangebote jedoch nötig. „Für die geforderte Übernahme eigener Verantwortung steht die Impfempfehlung mit weitem Abstand an erster Stelle“, betont Mentrup. „Doch auch ein situatives Testen verliert nicht an Bedeutung etwa unmittelbar vor oder einige Tage nach familiären Zusammenkünften, um die eigene Infektiösität zu kennen.“ Dies gelte explizit auch „für Geimpfte, die sich und ihre Familien schützen wollen“, so das Stadtoberhaupt.

Dabei weist Mentrup neben dem Anstieg der Coronainfektionen auf weitere, das Pandemiegeschehen begünstigende Faktoren wie den Neustart von Schulen und Kitas oder den Anteil von 20 Prozent Geimpften unter den positiv Getesteten. Dies zeige, dass der Zugang zu qualifizierten Tests eine hohe Bedeutung in der Infektionserkennung habe. Insbesondere symptomfreie Coronaansteckungen könnten auf diese Weise erkannt werden, „damit die Situation im Herbst nicht entgleitet“, so Mentrup.

Ebenso sprach sich OBM Boris Palmer aus Tübingen zuletzt dafür aus, das Angebot kostenloser Coronatests in seiner Stadt über den 11. Oktober hinaus weiterzuführen. Die Stadt Tübingen organisierte bundesweit als erste eine Infrastruktur mit Teststationen und setzte auf dieser Grundlage während des Lockdowns das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ um.

Mentrup will Impfpflicht für Berufsgruppen

Darüber hinaus will Mentrup eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Eine Auskunftspflicht bezüglich des eigenen Impfstatus von Mitarbeitern in Kitas, Schulen oder Pflegeheimen sei nur dann zielführend, wenn die Arbeitgeber konsequent zum Schutz der anderen reagieren könnten. Die oft nicht überprüfbare Verpflichtung zu täglichen Tests und ein Testtagebuch als Dokumentation seien nicht ausreichend.

„Ich fordere die zuständige Politik auf, mit der Impfpflicht hier den einzigen konsequenten Schritt zu gehen, um Kinder, vulnerable und ältere Menschen, die einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, gezielt zu schützen“, so Mentrup.

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