Notfallpläne sollen Städte auf den Krisenfall vorbereiten. In Düsseldorf sorgt ein Brand für Ausfälle bei Strom, Internet und Zugverkehr.

Kurz nach 7 Uhr meldete heute die Feuerwehr Düsseldorf einen Großbrand in einem Gewerbegebiet im Düsseldorfer Stadtteil Angermund. Die nahegelegene Zugstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg wurde gesperrt. Der Ausfall eines Transformators führte zudem zu einem Stromausfall und damit auch zu einer Unterbrechung der Internetverbindung in Teilen Angermunds. Eine schnelle Information über die Warn-APP NINA schaffte aber schnell Klarheit. Die Netzgesellschaft Düsseldorf konnte auf ihrer Warnkarte um 9.24 Uhr die Wiederherstellung der Stromversorgung melden.

Längere Unterbrechungen möglich

Das Beispiel Angermund zeigt die Vulnerabilität von kommunalen Versorgungsinfrastrukturen und mahnt Städte dazu, das Augenmerk auf ihre urbane Resilienz zu richten. Technische Störungen, Überschwemmungen oder Brände wie in Düsseldorf kommen immer wieder vor. Darauf sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Versorgungsunternehmen auch recht gut vorbereitet. Doch mit Blick auf die Umstellung der Energieversorgung in Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bereiten sich die Städte auch auf längere Unterbrechungen vor.

Beckum erarbeitet Notfallplan

Die Stadt Beckum legt zu Jahresbeginn einen Notfallplan vor, der die Bevölkerung auf einen mehrtägigen Ausfall der Strom- und Gasversorgung vorbereiten soll. In einem Flyer weist die Stadt auf die Folgen einer Versorgungsunterbrechung hin. Unter anderem führt der fehlende Strom auch zu Engpässen bei der Beschaffung von Geld, Treibstoffen und Lebensmitteln sowie bei der Kommunikation. Empfohlen werden die Bevorratung von lebensnotwendigen Gütern und netzunabhängigen Energiequellen wie Gaskochern, Batterielampen, Kerzen und Streichhölzern. Hinzu kommen Angaben über Informations- und Hilfsstellen in der Stadt.

Energieeinsparungen helfen

Zur Abwendung einer Mangellage empfiehlt Beckums Bürgermeister Michael Gerdhenrich die Einsparung von Energie. „Schon ein Grad weniger Zimmertemperatur bringt eine Gaseinsparung von sechs Prozent. Das lohnt sich auch finanziell“, schreibt er im Vorwort des Flyers. Auch der Strombedarf könne reduziert werden. Mitte Januar 2023 will die Stadt gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz einen Informationsstand auf dem Wochenmarkt anbieten. Der Flyer soll im Bürgerbüro ausgelegt werden.

Landau gibt Verhaltenstipps

In Falle eines flächendeckenden Stromausfalls bietet auch die Stadt Landau der Bevölkerung Hilfe zur Selbsthilfe an. „Meine dringende Bitte ist es, sich zuhause im persönlichen Umfeld auf mögliche Krisenszenarien wie einen länger andauernden Stromausfall vorzubereiten“, wird der scheidende Landauer Oberbürgermeister Thomas Hirsch in einer Pressemitteilung der Stadt vom 9. Januar 2023 zitiert. Die Stadt verweist auf die Checklisten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), bietet aber auch selbst einen Flyer mit Verhaltenstipps in Notsituationen an. Darin sind unter anderem QR-Codes der Warn-Apps KATWARN und NINA abgedruckt sowie Erläuterungen zu den Warnsignalen der Sirenenanlagen.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

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