Polnische Stadtlenker formulieren einen Appell für Toleranz. Damit treten sie den Kommunen entgegen, die sich zur LGTB-freien Zone erklären.

Angesichts der zunehmenden Anfeindungen gegen Homosexuelle, Bisexuelle oder Transgender (LGBT) setzen polnische Städte ein Signal für Toleranz. Zahlreiche polnische Stadtlenker haben einen gemeinsamen Appell für Toleranz unterzeichnet. Damit möchten sie ihre Solidarität mit denen zum Ausdruck bringen, die täglich Diskriminierungen ausgesetzt sind. Seit Monaten schon erklären sich immer mehr polnische Städte und Gemeinden als sogenannte LGBT-freie Zonen. Der Appell für Toleranz steht dem gegenüber.

Klima in polnischen Städten hat Effekte auf Städtepartnerschaften

In ihrem Appell für Toleranz wollen die Stadtlenker ein Zeichen der Gleichheit setzen, ungeachtet der Nationalität, Religion, politischen Ansichten oder sexuellen Orientierung. Der Appell wurde am 16. November, dem internationalen Tag der Toleranz, der 1995 auf Initiative der UNESCO von der UN-Generalversammlung eingeführt wurde, verabschiedet.

Die Situation von LGBT in Polen hat auch Effekte auf die internationalen Partnerschaften zwischen polnischen und deutschen Städten. Krzysztof Żuk, Stadtpräsident von Lublin, hat den Appell für Toleranz mitgetragen. Bei Lublin handelt es sich um die polnische Partnerstadt Münsters. Diesbezüglich sichert OBM Markus Lewe aus Münster seinem Amtskollegen nun „volle Solidarität und Unterstützung“ zu, wie die deutsche Stadt gestern mitteilte.

Die Stadt Münster sammelt von ihren Bürgern ebenfalls Solidaritätsbekundungen und leitet sie ihrer polnischen Partnerstadt zu. 2021 feiert die Städtepartnerschaft zwischen Münster und Lublin ihr 30-jähriges Bestehen.

LGBT-Diskriminierung in Polen sorgt europaweit für Entsetzen

Das Klima der Diskriminierung in Polen belastet europaweit Städteverbindungen. Zuletzt hatten sich Oberbürgermeister, Bürgermeister, Amts- und Mandatsträger aus ganz Europa in einem offenen Brief dazu geäußert. Darin formulieren sie die Aufforderung, gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt sowie für den Schutz von LGBT einzutreten.

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