Der European Social Economy Summit mündet in eine Deklaration an die Europäische Kommission. OBM Peter Kurz stellt das Papier vor.

Beim European Social Economy Summit (EUSES) hat OBM Peter Kurz aus Mannheim gestern die „Mannheim Declaration on Social Economy“ verabschiedet. Die Deklaration geht als Beitrag zum sogenannten Social Economy Action Plan an die Europäischen Kommission. In das Papier flossen die Ergebnisse des zweitätigen EUSES ein. Der Kongress fand am Mittwoch und Donnerstag virtuell statt. Ausgerichtet wurde die internationale Sozialwirtschaftskonferenz von der Europäischen Kommission und der Stadt Mannheim mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums.

Zehn Punkte zur Förderung der Sozialwirtschaft in Europa

Die Deklaration definiert zehn Punkte zur Förderung der Sozialwirtschaft in Europa. Darin fordert sie unter anderem eine aktive Unterstützung auf der europäischen, den nationalen, den regionalen und den lokalen staatlichen Ebenen ein. Die Sozialwirtschaft sei in den jeweiligen Nationen unterschiedlichen Rahmenbedingen unterworfen und agiere in unterschiedlichen Sozialsystemen. Doch sie setze gemeinsame Ziele um, die einer nachhaltigen Wirtschaft, demokratischen Werten und gesellschaftlichem Zusammenhalt dienen, heißt es in dem Papier.

Daher spricht sich die Deklaration für ein einheitlicheres europäisches Verständnis der Sozialwirtschaft mit rechtlichen und regulatorischen Standards aus. Diese müssten gleichzeitig nationale, regionale und lokale Ausprägungen Raum lassen. Zudem gelte es, die Sichtbarkeit der sozialwirtschaftlichen Belange zu steigern. Dazu gehöre die Förderung entsprechender Initiativen und Netzwerke sowie die Verbreiterung der bestehenden Datenbasis und von Statistiken hinsichtlich der sozialwirtschaftlichen Aktivitäten in Europa. Letztlich brauche die Arbeit sozialwirtschaftlicher Organisationen und Unternehmen eine größere Beachtung und Wertschätzung der Gesellschaft.

Deklaration zielt auch auf Finanzierungsinstrumente ab

Dies sei auch angesichts der gesellschaftlichen Transformation vonnöten. Für den Wandel zu einer nachhaltigeren und inklusiveren Welt könne die Sozialwirtschaft maßgebliche Beiträge leisten. Gleiches gelte etwa für den Wiederaufbau nach der Coronakrise, die Stärkung der Resilienz gegenüber vergleichbaren Krisen und die Ausgestaltung stabiler Gesundheitssysteme in der Zukunft.

Dafür bedürfe es allerdings eines Zugangs zu Finanzierungsinstrumenten und eines Finanzsystems, das entsprechende Vorhaben begünstigt, heißt es in der Deklaration. Die EU-Mitgliedsstaaten ruft sie zudem dazu auf, mit Mitteln aus dem „Next Generation EU“-Programm entsprechende Impulse zu setzen.

Die Sozialwirtschaft als Motor der gesellschaftlichen Transformation

Beim European Social Economy Summit nahmen mehr als 3.300 Teilnehmer an über 80 Einzelveranstaltungen teil. Vorbereitet wurde die Veranstaltung auf einer „Digital Road to Mannheim“ seit September 2020 mit diversen Digitalveranstaltungen und Workshops. Die Konferenz durchleuchtete die Rolle der Sozialwirtschaft in Europa und zeigte aus diesem Blickwinkel Perspektiven für die gesellschaftliche Transformation auf. Dies geschah in verschiedenen Facetten – etwa in der der Klimaanpassung, der Digitalisierung, der sozialen Inklusion, des Wiederaufbaus nach der Coronakrise oder der europäischen Integration.

„Die Sozialökonomie wird eine wichtige Rolle in der zwingenden Veränderung zu einem nachhaltigen Wirtschaften spielen. Insofern ist für uns EUSES als weitere große europäische Konferenz in Mannheim auch ein logischer Schritt in unserer lokalen Nachhaltigkeitsstrategie“, sagt Oberbürgermeister Kurz.

Die Mannheim Declaration on Social Economy ist hier zu finden: www.euses2020.eu/mannheim-declaration/.

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