1.000 Kommunen sind in Programmen der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt aktiv. Darin tragen sie zur globalen Entwicklungspolitik bei.

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global hat mit ihren Programmen über 1.000 deutschen Kommunen erreicht. Die Zielmarke von 1.000 Kommunen gab Bundesentwicklungsminister Gerd Müller 2015 aus (Foto oben). Vor wenigen Tagen wurde sie erfüllt. Bei der 15. Bundeskonferenz der Kommunalen Entwicklungspolitik, die vom 14. bis 16. Juni überwiegend digital stattfindet, werden daher repräsentativ für das mannigfaltige Engagement der Kommunen und für das Themenspektrum der SKEW drei Kommunen ausgezeichnet.

1.000 deutsche Kommunen in SKEW-Programmen aktiv

„Wir erleben, dass das gesellschaftliche Bewusstsein für globale Zusammenhänge wächst“, erklärt Stefan Wilhelmy, Bereichsleiter der SKEW bei Engagement Global. Dies zeige sich besonders auf der kommunalen Ebene und spiegele sich in der Nachfrage nach den Programmen der SKEW wider. Die SKEW unterstützt kommunale Aktivitäten als Handlungsfeld der Entwicklungspolitik. Dies tut sie mit Beratungen und Informationsangeboten, konkreten Projekten und Wettbewerben sowie Förderungen.

An konkreten Maßnahmen der SKEW haben nun über 1.000 Kommunen teilgenommen. Darunter sind fast alle deutschen Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern sowie zahlreiche kleinere Gemeinden und Landkreise. „Die kommunale Ebene ist ein wichtiger Hebel: Sie kann wirkungsvolle Beiträge in der Entwicklungspolitik leisten“, sagt Wilhelmy. Für die Zukunft wolle man das Engagement weiter forcieren.

17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen maßgeblich

Thematisch richtet sich die Arbeit der SKEW auf vier Felder. Erstens arbeitet sie mit Kommunen unter dem Aspekt „Global Nachhaltige Kommune“ an lokalen Entwicklungsstrategien, die die 17 Nachhaltigkeitsziele aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die 17 Sustainable Development Goals (SDGs), aufgreifen und vor Ort implementieren. Zweitens unterstützt sie das Engagement der Kommunen im Bereich des fairen Handels und der fairen Beschaffung. Drittens widmet sie sich Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Einbindung migrantischer Akteure. Viertens unterstützt sie Kommunalpartnerschaften – aktuell liegt ein Fokus etwa auf Klimapartnerschaften.

Darüber hinaus schreibt die SKEW im jährlichen Wechsel zwei Wettbewerbe aus. Der Wettbewerb um den Titel als „Hauptstadt des Fairen Handels“ läuft im Augenblick. Einsendeschluss dafür ist der 2. Juli. Amtierende Hauptstadt des Fairen Handels ist die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz. Der zweite Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ prämiert das entwicklungspolitische Engagement von Kommunen mit migrantischen Organisationen.

Gründe für globales Engagement von Kommunen vielschichtig

Die Gründe dafür, warum sich deutsche Kommunen global engagierten, seien vielschichtig, erklärt Wilhelmy. Vielen gehe es darum, globale Verantwortung zu übernehmen und auf der lokalen Ebene einen Beitrag für die Erreichung der SDGs zu leisten. Ein Motiv sei außerdem, sich weltoffen zu zeigen – auch hinsichtlich der eigenen Stadtgesellschaft und der darin lebenden migrantischen Gruppen. Internationale Projekte und gemeinsames, zivilgesellschaftliches Engagement dafür trügen gleichsam zum Zusammenhalt in der eigenen Stadtgesellschaft bei.

In ähnlicher Weise nutzten zahlreiche Kommunen die Effekte von Partnerschaften in der Entwicklungsarbeit für die Bewältigung eigener Herausforderungen. Dies zeige sich etwa beim Kampf gegen den Klimawandel und dem Umgang mit seinen Folgen, erklärt Wilhelmy. Hinsichtlich der damit verbundenen urbanen Transformationsprozesse lohnten sich internationale Kooperationen und Wissensaustausch besonders. So verfügten Kommunen im sogenannten globalen Süden, was Extremwetterereignisse und den Umgang damit betrifft, oft über größere Erfahrungswerte als deutsche.

Darüber hinaus rücke die aktuelle gesellschaftliche Debatte zunehmend Aspekte wie Nachhaltigkeit und Verantwortung auf die politische Agenda. Exemplarisch erinnert Wilhelmy neben der Diskussion um die Erreichung von Klimazielen an den Diskurs um fairen Handel. Die Sensibilität für globale Zusammenhänge steige und damit auch für ihre Effekte auf die lokale Ebene. Dies zeige sich zunehmend am Engagement von Kommunen.

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