Städte schalten sich in die Debatte um die brisante humanitäre Lage in Afghanistan ein. Erlangen ist zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit.

Die bayerische Stadt Erlangen ist eine der ersten deutschen Städte, die angesichts der katastrophalen Lage in Afghanistan ihre Bereitschaft signalisiert, Menschen aus dem Land aufzunehmen. „Als Mitglied im Bündnis der Städte Sicherer Häfen stehen wir zu unserer Verantwortung und sehen es als unsere humanitäre Verpflichtung, den Ortskräften, die für die Bundeswehr und die Hilfsorganisationen gearbeitet haben und nach dem Abzug der Bundeswehr nun in akuter Gefahr leben, zu helfen“, teilt OBM Florian Janik heute in einer Pressemeldung mit.

Städte zeigen Engagement und wollen einbezogen sein

Kurzfristig könne die Stadt zehn Familien aufnehmen. Dies habe er gegenüber der Landes- und der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht, so Janik. Er hoffe darauf, dass sich andere Bündnisstädte in ähnlicher Weise engagieren und dadurch weitere Aufnahmekapazitäten entstehen. Im Bündnis der Städte Sicherer Häfen haben sich gemäß der sogenannten Potsdamer Erklärung Städte zusammengeschlossen, die sich migrationspolitisch engagieren und zusätzliche Kapazitäten für die Aufnahme von Flüchtlingen bereitstellen.

Derweil fordert der Präsident des Deutschen Städtetags Burkhard Jung, OBM aus Leipzig, die Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, vor Ort Hilfe zu leisten. Die Nachbarländer Afghanistans müssten unterstützt werden, um Flüchtlinge versorgen zu können.

Grundsätzlich seien auch die deutschen Städte dazu bereit, zu helfen. Jedoch bedürfe es einer „nationalen Strategie zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan“, so Jung. Darin müssten unbedingt die Städte als diejenigen, die die Flüchtlinge letztlich vor Ort betreuen, einbezogen sein.

Nach Abzug der westlichen Streitkräfte aus Afghanistan zeigen sich dort chaotische Zustände. Während die Regierung zerfällt, übernehmen die Taliban in rasantem Tempo wieder die Kontrolle über das Land.

Aktuelle Beiträge

Aktuelle News, Debattenbeiträge und urbane Zukunftsthemen. Zweiwöchentlich und kostenlos.
JETZT ANMELDEN »
Der Newsletter für die Transformation der Stadt.
Der Newsletter für die Transformation der Stadt:
News, Debattenbeiträge und urbane Zukunftsthemen. Zweiwöchentlich und kostenlos.
NEWSLETTER ABONNIEREN »