OBM Partsch kritisiert das Zögern der Bundesregierung, der prekären Situation in griechischen Flüchtlingslagern entgegenzuwirken. Darmstadt will helfen.

Oberbürgermeister Jochen Partsch drängt die Bundesregierung auf die Aufnahme minderjähriger Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern. Die Stadt Darmstadt sei dazu bereit. „Regelmäßig und mit Nachdruck“ weise man auf die Notwendigkeit hin, „geflüchtete Menschen, insbesondere Kinder, aus den menschenunwürdigen Lagern in Griechenland zu uns nach Deutschland, nach Darmstadt, zu bringen“, sagt Partsch. „Leider ist bislang von Seiten der Bundesregierung weder eine Zuweisung von aus Seenot geretteten Menschen noch von minderjährigen Geflüchteten organisiert worden.“

Hilfsbereitschaft für aus Seenot gerettete Flüchtlinge verpufft

In Darmstadt seien „alle Vorkehrungen getroffen, um Minderjährige pädagogisch gut betreut aufzunehmen und ihnen eine sichere und kindgerechte Umgebung und damit Lebensperspektive zu geben“. Im März 2019 hat sich die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung für die Aufnahme von aus Seenot geretteten Menschen ausgesprochen. Diese Bereitschaft wurde mehrfach an das Bundesinnenministerium kommuniziert – wie die Stadt am Freitag mitteilte, bislang aber ohne Erfolg.

In Darmstadt gebe es ein breites gesellschaftliches Engagement für ein Ende der unhaltbaren Zustände in Griechenland, so Partsch. Der OBM teilte mit, sich nun im Sinne des Bürgerauftrags nochmals wie andere deutsche Städte auch an das Bundesinnenministerium wenden und die Bereitschaft Darmstadts, Geflüchtete aufzunehmen, formulieren zu wollen. Damit wolle er ein Zeichen für Humanität setzen. „Die Bedingungen in den griechischen Lagern sind menschenunwürdig und müssen beendet werden. Auch und gerade in Zeiten von Pandemien müssen wir unserer Verantwortung nachkommen und die Menschen in sichere und stabile Lebensbedingungen bringen“, so Partsch.

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