Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner stellt beim Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen den Nachhaltigkeitsbericht der Stadt vor.

Die Bundesstadt Bonn legt ihren zweiten Bericht zur Umsetzung der 17 Sustainable Development Goals (SDG), der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, vor. Gestern präsentierte Oberbürgermeisterin Katja Dörner den „Voluntary Local Review“ (freiwillige lokale Berichterstattung, kurz: VLR) bei einer hybriden Veranstaltung im Rahmen des High Level Political Forum on Sustainable Development (HLPF), des Nachhaltigkeitsgipfels der Vereinten Nationen, in New York. Die Veranstaltung machte auf die Relevanz der kommunalen Ebene für die konkrete Umsetzung der globalen Klimaziele aufmerksam und lokale Expertise im internationalen Dialog sichtbar.

Bonn: Pionierin der kommunalen Nachhaltigkeitsarbeit

Neben Dörner stellte dabei Carlos Alberto Maya Lopez, Oberbürgermeister von Pereira, den VLR der kolumbianischen Stadt vor. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), dem Stockholm Environment Institute (SEI), dem nationalen Planungsamt Kolumbiens (DNP) sowie der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen.

Bonn gilt international als Pionierin in Sachen Nachhaltigkeit. Die Bundesstadt ist nicht nur als UN-Standort geprägt durch eine starke Präsenz von Organisationen der Vereinten Nationen, die sich der Nachhaltigkeitsarbeit widmen, sondern ist auch selbst eine Vorreiterin in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Bereits 2019 hat sie bezogen auf die SDG eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Die Berichterstattung über ihre Nachhaltigkeitsarbeit, also ihren ersten VLR, hat sie 2020 nach eigens dafür entwickelten Kriterien veröffentlicht.

Bonn nutzt „Berichtsrahmen nachhaltige Kommune“

Auch mit dem gestern vorgestellten zweiten Nachhaltigkeitsbericht leistet Bonn Pionierarbeit. Er wendet nämlich den „Berichtsrahmen nachhaltige Kommune“ (BNK) an. Dieser Berichtsrahmen wurde 2021 vom Nachhaltigkeitsrat und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt der Entwicklungshilfeorganisation Engagement Global erarbeitet. Bonn gehört zu den rund 20 deutschen Kommunen, die diese Struktur der Berichterstattung pilothaft anwenden. Der BNK möchte für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Kommunen formale Standards und relevante Themenschwerpunkte setzen.

Verglichen mit dem ersten VLR 2020 habe man die Nachhaltigkeitsberichterstattung weiterentwickelt, beschrieb Dörner bei der gestrigen Veranstaltung die gemachten Erfahrungen. Etwa widme man sich nun stärker Governanceaspekten, was das Nachhaltigkeitsmanagement betrifft. Zudem habe man im Zusammenhang mit der Anwendung der BNK-Kriterien den Nachhaltigkeitsbegriff noch cross-sektoraler angelegt. Demnach beziehe man Aspekte wie Bildung, Kultur, Wohnen und nachhaltiges Konsumieren stärker in die Berichterstattung ein.

Umsetzung der SDG: Einbezug der Stadtgesellschaft

Im Zusammenhang mit ihrer Nachhaltigkeitsarbeit und einer tiefgreifenden urbanen Transformation erweise sich der VLR für die Stadt als ein wichtiges Instrument, um die lokale Umsetzung der SDG zu monitoren, so Dörner. Dabei wies sie auf die Bedeutung des Einbezugs der Stadtgesellschaft in die Nachhaltigkeitsarbeit hin. Nur gemeinsam mit allen relevanten Akteuren und auf Basis eines breiten Engagements ließen sich Klima- und Nachhaltigkeitsziele erreichen.

Neben gängigen Varianten der Bürgerbeteiligung wende die Stadt Bonn dafür innovative Formate an. Dazu gehöre die Plattform „Bonn4Future“, die über die städtische Nachhaltigkeitsarbeit informiert sowie bürgerschaftliches Engagement stimulieren und vernetzen will. Zudem beziehe man die Menschen in die Nachhaltigkeitsarbeit ein, indem man diesbezügliche Umfragen unter zufällig per Einwohnermelderegister ausgewählten Bürgern starte.

a.erb@stadtvonmorgen.de

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