Die Städte der „Rhein Ruhr City“ und das Land Nordrhein-Westfalen sind bereit, die Olympischen Spiele auszurichten – 2032, 3036 oder 2040.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sowie die Städte der „Rhein Ruhr City“, die sich gemeinsam um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 bewerben, haben heute in einer Erklärung ihre Bereitschaft dazu untermauert – „auch über 2032 hinaus“. In dem Papier sprechen sie von einem „Dekadenprojekt“. Darauf haben sich Laschet und die Bürgermeister der Städte verständigt.

2032 bis 2040: Rhein-Ruhr-Städte sind bereit für Olympia

Zuletzt signalisierte das Internationale Olympische Komitee, dass es 2032 die australische Stadt Brisbane als Austragungsort der Spiele präferiere. „Wir sind weiterhin der Auffassung, dass das Konzept für Olympische und Paralymische Spiele an Rhein und Ruhr überzeugend ist“, heißt es dagegen in der Erklärung Laschets und der Bürgermeister.

„Für den Fall, dass die Verhandlungen mit Brisbane nicht erfolgreich sein werden, halten wir unser Angebot für 2032 aufrecht und erweitern dieses zusätzlich auf die folgenden Spiele der Dekade“, also auf die Jahre 2036 und 2040. Den Deutschen Olympischen Sportbund fordern die Stadt- und Landespolitiker dazu auf, „bis spätestens Ende 2023“ darüber zu entscheiden, ob er „als Träger einer zukünftigen deutschen Bewerbung in den Bewerbungsprozess gehen will“.

„Rhein Ruhr City“: Olympia als Regionalentwicklung

Die Olympiabewerbung der Region Rhein-Ruhr geht auf das Jahr 2016 zurück. Damals formte sich die privatwirtschaftliche Initiative „Rhein Ruhr City“. Treiber und Initiator ist der Eventmanager Michael Mronz. Zunächst hatten sich 14 Städte der Region Rhein-Ruhr an der Initiative beteiligt. Dabei handelt es sich um Aachen, Bochum, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Oberhausen und Recklinghausen. Später kam Brühl als mögliche Austragungsstätte für Bogenschießen hinzu. Außerhalb Nordrhein-Westfalens beteiligt sich die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel als mögliche Austragungsstätte für Wettbewerbe im Segelsport an der Initiative.

Die Initiative „Rhein Ruhr City“ umfasst weit mehr als die Olympiabewerbung. Sie begreift die mögliche Ausrichtung der Spiele als Motor der Regionalentwicklung und der gegenseitigen Vernetzung der Städte. Dabei geht es unter anderem darum, im Bereich der Digitalisierung und der Smart City zu gemeinsamen Standards zu kommen.

Ein Beispiel für die regionale Vernetzung ist in ähnlicher Weise der Bereich der Mobilität und des ÖPNV. Hier ist die Region geprägt von unterschiedlichen Organisationen und Ticketverbünden. Die gemeinsame Olympiabewerbung könnte zum Anlass werden, diese unterschiedlich verteilten Zuständigkeiten zusammenzuführen und somit auch über Olympia hinaus in der Region beispielsweise für die Alltagswelt der Berufspendler Erleichterungen zu schaffen.

„Dekadenprojekt der Modernisierung“ im Zeichen der Nachhaltigkeit

In ihrer Erklärung verweisen Laschet und die Bürgermeister auf gesellschaftliche Transformationsprozesse wie den Wandel vom fossilen zum klimaneutralen Wirtschaften oder den von der analogen zur digitalen Gesellschaft. „Die Austragung von Olympischen und Paralympischen Spielen an Rhein und Ruhr verstehen wir immer als Zieldatum, Beschleuniger und Bestandteil des Dekadenprojekts der Modernisierung unserer Region“, heißt es in der heutigen Erklärung.

Dabei setzt die „Rhein Ruhr City“-Initiative auf die bestehende Sportstätteninfrastruktur und untermauert damit hohe Ansprüche an Nachhaltigkeit. 90 Prozent der benötigten Sportstätten seien in den Städten der „Rhein Ruhr City“ längst vorhanden. „So werden teure Neubauten ohne sinnvolle Nachnutzung verhindert.“ Schließlich habe sich auch das Internationale Olympische Komitee in seiner Agenda 2020 einer „Abkehr vom Gigantismus vergangener Spiele hin zu ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Konzepten“ verschrieben. Ein solches liefere die Rhein-Ruhr-Bewerbung.

Darüber hinaus basiere die Bewerbung der „Rhein Ruhr City“ von Beginn an auf einem umfassenden Beteiligungsprozess. Darin sind nicht nur die jeweiligen Stadtspitzen, sondern auch die Lokalparlamente und Stadtgesellschaften eingebunden.

Unterzeichnet ist die gemeinsame Erklärung von Ministerpräsident Laschet und den OBM Sibylle Keupen (Aachen), Thomas Eiskirch (Bochum), Katja Dörner (Bonn), Thomas Westphal (Dortmund), Sören Link (Duisburg), Stephan Keller (Düsseldorf), Thomas Kufen (Essen), Karin Welge (Gelsenkirchen), Ulf Kämpfer (Kiel), Henriette Reker (Köln), Frank Meyer (Krefeld), Uwe Richrath (Leverkusen), Felix Heinrichs (Mönchengladbach), Daniel Schranz (Oberhausen) sowie den Bürgermeistern Dieter Freytag (Brühl) und Christoph Tesche (Recklinghausen).

Das Foto oben stammt aus dem April 2018, als der Sportmanager Mronz gemeinsam mit den Bürgermeistern der Städte ein Planungspapier bezüglich der Olympiabewerbung an Ministerpräsident Laschet übergab.

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