Münsters OBM Lewe sichert der russischen Partnerstadt Rjasan Verbundenheit zu. Als Städtetagpräsident ruft er zur Städtediplomatie auf.

Der Präsident des Deutschen Städtetags, Oberbürgermeister Markus Lewe aus Münster, ruft in der Ukrainekrise deutsche Städte zur Städtediplomatie auf. Kommunen, die deutsch-russische oder deutsch-russisch-ukrainische Partnerschaften pflegen, sollten diese Kontakte dazu nutzen, um Zeichen für den Frieden zu setzen. Dies teilte die Stadt Münster am Mittwoch in einer Pressemeldung mit.

Lewe: Mit Städtediplomatie den Dialog erhalten

Lewe sagte dies im Zusammenhang mit der Partnerschaft zwischen der Stadt Münster und der russischen Stadt Rjasan. Zum wiederholten Mal tauschte sich der Oberbürgermeister in einem Videotelefonat mit Stadtspitzen der russischen Partnerkommune aus. Dabei betonte er angesichts der aufziehenden militärischen Spannungen „die tiefe Verbundenheit und Freundschaft zwischen den Menschen“ in beiden Städten. Die Städte vereinbarten, ihren digitalen Austausch regelmäßig weiterzuführen. Zudem wollen sie zukünftig besonders im Jugend- und Umweltbereich intensiver kooperieren.

Der Austausch zwischen den Städten soll laut Lewe einen Beitrag dazu leisten, den Dialog zwischen den Menschen in Russland und Deutschland aufrechtzuerhalten. Vor allem in sozialen Medien spielten sich angesichts der internationalen Spannungen vermehrt Beschimpfungen, Hass und Hetze ab. Gemeinschaftliche Projekte innerhalb von Städtepartnerschaften könnten dem entgegenwirken und Signale des Friedens senden.

Städtetag regt im Ukrainekonflikt Trialog von Städten an

Zuletzt hatte auch der Deutsche Städtetag eine „Erklärung zur aktuellen Situation zwischen der Ukraine und Russland“ abgegeben. Der kommunale Spitzenverband blickt demnach „mit Sorge“ auf den Konflikt. „Internationale Konflikte machen nicht an Stadtgrenzen halt“, heißt es in der Erklärung. Daher wollten die deutschen Städte möglichst zur Deeskalation beitragen.

Dabei weist der Städtetag auf den „gegenseitigen grenzüberschreitenden Austausch zwischen den Städten“ hin, von dem beide Seiten profitieren. Mit Blick auf den Weg der Ukraine zu mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit engagierten sich deutsche Städte in Städtekooperationen für die kommunale Selbstverwaltung. Mit Blick auf Russland setzten sie sich für den Dialog mit russischen Städten ein.

„Ein Trialog von deutschen, russischen und ukrainischen Städten wäre ein großer Fortschritt.“ In diesem Sinn bittet der Städtetag seine Mitgliedsstädte, vorhandene Kooperationen zu stärken.

Städtediplomatie: Karlsruhe greift Städtetag-Erklärung auf

Der Appell findet Anklang. Zu den ersten Städten, die ihn aufgreifen, gehört Karlsruhe. Seit 30 Jahren pflegt die Fächerstadt eine Städtepartnerschaft mit dem russischen Krasnodar. Im Zusammenhang mit dem „bedrohlichen, schwelenden Konflikt in Russland und der Ukraine“ schreibt Oberbürgermeister Frank Mentrup nun mit Bezugnahme auf die Erklärung des Städtetags an seinen russischen Amtskollegen Andrey Alekseyenko. Dabei betont Mentrup den „hohen Stellenwert der Partnerschaft“. Genauso „wertvoll“ seien die Partnerschaften anderer Städte, die teilweise mit der Ukraine verbunden seien.

Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg seien Städtepartnerschaften zum Ausdruck eines friedvollen Zusammenlebens geworden. In der persönlichen Begegnung und in gemeinsamen kommunalen Projekten stecke eine große Kraft, die nationale Differenzen überwinde. Es gelte, gemeinsam für Frieden zu streiten. Militärische Konflikte seien „mit allen diplomatischen Mitteln zu verhindern“.

a.erb@stadtvonmorgen.de

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