Deutschland hat 2022 die G7-Präsidentschaft. Ein Städtebündnis will dabei die urbane Perspektive im internationalen Kontext stärken.

Im Zusammenhang mit der deutschen G7-Präsidentschaft 2022 formiert sich ein Bündnis von Städten aus den sieben Industrienationen. Das Städtebündnis knüpft an den sogenannten Urban7-Prozess (U7) an, der bereits 2021 beim G7-Gipfel in Großbritannien startete. Es zielt darauf ab, die Perspektive der Städte in den Gesprächen zwischen den sieben Industrienationen stärker zu gewichten. Initiatoren den Städtebündnisses sind der Deutsche Städtetag, das Global Parliament of Mayors und das internationale Nachhaltigkeitsnetzwerk ICLEI.

U7: Urban Summit im Mai

Für Anfang Mai plant die U7-Gruppe einen Städtegipfel, den Urban Summit 2022, auf dem eine Erklärung verabschiedet werden soll. Inhaltlich wollen die Städte mit allen relevanten Akteuren zusammenarbeiten, die sich mit urbanen Themen befassen. Insbesondere sind dies hinsichtlich der deutschen G7-Präsidentschaft das Bundesministerium für Stadtentwicklung, das Umweltministerium und das Auswärtige Amt.

„Es ist an der Zeit, dass die urbane Perspektive dauerhaft integriert wird“, sagt der Städtetagpräsident Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, mit Blick auf die Entscheidungen der sieben großen Industrienationen. „Städte stehen an vorderster Front, wenn es darum geht, Lösungen für globale Herausforderungen zu finden: Sie setzen sich für die gemeinsamen Werte Freiheit, Demokratie und Menschenrechte ebenso ein wie für die Klima- und Nachhaltigkeitsziele.“ Dabei kommt dem U7-Städtebündnis entgegen, dass die deutsche G7-Präsidentschaft in ihrem Programm die Rolle der Kommunen ausdrücklich unterstreicht.

G7: „Transformative Kraft der Städte“

Zu ihren wesentliche Themen zählt die G7-Präsidentschaft die Transformation der Gesellschaft, die Ausrichtung auf eine nachhaltigere Wirtschaft und das Erreichen von Klimazielen. Ebenso nennt sie die Erholung nach der Coronakrise. Sie spricht sich für gesellschaftliche Progression im Geiste der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, der Sustainable Development Goals (SDGs), aus. Für deren globale, nationale und lokale Umsetzung sei „die transformative Kraft der Städte und Gemeinden“ ein „Schlüssel“, heißt es im Programm der G7-Ratspräsidentschaft.

Dies sei eine „beispiellose Anerkennung der Bedeutung von Städten und nachhaltiger Urbanisierung durch die deutsche G7-Präsidentschaft“, sagt Frank Cownie, Präsident des ICLEI-Exekutivkomitees und Oberbürgermeister von Des Moines in den USA. Diese Anerkennung könne auf mehreren Ebenen wichtige Maßnahmen „im Zeitalter des globalen Klimanotstands“ beschleunigen.

Kurz: „Städte sind entscheidende Ebene“

Für den Städtetag ist Peter Kurz, Oberbürgermeister von Mannheim und Vorsitzender des Global Parliament of Mayors, der G7-Sonderbeauftragte. Kurz untermauert ebenfalls die Bedeutung einer Multilevel Governance für Fortschritt und demokratische Entwicklung. „Die Städte sind eine entscheidende politische Ebene für die Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit“, sagt Kurz. „Die Städte sind auch die zentrale Ebene für die wirksame Umsetzung der 2030-Agenda der Vereinten Nationen.“

Der U7-Prozess begann im vergangenen Jahr im Kontext des G7-Gipfels in Großbritannien. Initiiert wurde er damals von Core Cities UK. Diesem Städteverbund gehören elf metropolitane Städte des Vereinten Königreich außerhalb Londons an, darunter sind acht aus England. Unterstützt wird der diesjährige U7-Prozess zur deutschen G7-Präsidentschaft vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global.

a.erb@stadtvonmorgen.de

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