Mainz führt das Dynamikranking an und steigt um neun Plätze im Niveauranking. Dank Biontech ist die Steuerkraft der Stadt kräftig gewachsen.

Die deutschen Städte haben die jüngsten Krisen relativ gut überstanden. Dazu trugen Bundes- und Landeshilfen bei, aber auch solide Steuereinnahmen. Die Bürgerinnen und Bürger konnten stabile Einkommen verzeichnen und zahlten entsprechende Abgaben. Den Unternehmen gelangen trotz Umsatzeinbußen im Dienstleistungsbereich robuste Gewinne. Daraus resultierte eine überraschend positive Entwicklung der Gewerbesteuer.

Rekordhohe Gewerbesteuereinnahmen in Mainz

Aus den positiven Meldungen ragt eine Stadt heraus: Mainz verzeichnete als Standort des Impfstoffherstellers Biontech rekordhohe Gewerbesteuereinnahmen. Daraus resultierte 2021 nicht nur ein schlagartiger Haushaltsüberschuss, der zum Teil in den Schuldenabbau und in den Finanzausgleich des Landes Rheinland-Pfalz floss. Auch der Spielraum für künftige Ausgaben vergrößerte sich. Hinzu kam eine steigende Attraktivität für weitere Unternehmen der Branche. Mainz soll als Standort der Biotechbranche etabliert werden.

Dies alles hat einen deutlichen Einfluss auf die Wirtschaftskraft und die Lebensqualität der Stadt. Im Vergleich mit anderen deutschen Städten macht Mainz damit einen großen Sprung an die Spitze. Im aktuellen Städteranking des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), der Wirtschaftswoche und ImmoScout24 belegt die Stadt hinsichtlich des erreichten Niveaus Rang 7. Im Vorjahr lag sie auf Rang 16. Damit haben sich laut Studie Wirtschaftsstruktur, Lebensqualität, Arbeits- und Immobilienmarkt deutlich verbessert.

Im Dynamikranking, das die Entwicklung der Indikatoren erfasst, erreichte Mainz sogar den ersten Rang. Ein Jahr zuvor lag die Stadt noch auf Rang 48. „Mainz kann als Gewinner des Städterankings gelten“, schreiben die Autoren der Studie. „Die gesamte Stadt profitiert von dem Innovationsgeist des Unternehmens Biontech.“ Allerdings rechnet die Stadt in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Abschmelzen der Gewerbesteuereinnahmen und entsprechend geringeren Überschüssen.

Süddeutsche Städte führen das Städteranking an

An der Spitze des Niveaurankings liegen unverändert München und Erlangen, gefolgt von Stuttgart und Ingolstadt, die die Plätze tauschen. Frankfurt am Main und Wolfsburg als erste norddeutsche Stadt hielten Rang 5 und 6 aus dem Vorjahr. Im Dynamikranking rutschte Berlin hinter Mainz auf den zweiten Platz. Erlangen, Freiburg im Breisgau und Halle (Saale) konnten sich jeweils deutlich gegenüber ihren Vorjahrsplatzierungen verbessern. Dagegen fiel Leipzig von Rang 3 auf Rang 6 zurück.

Eine ähnlich starke süddeutsche Spitzengruppe wurde auch im Nachhaltigkeitsranking ermittelt. An der Sitze liegt jedoch Wolfsburg, gefolgt von Ulm, Heidelberg, Erlangen, Ingolstadt, Stuttgart. Dabei überzeugte Wolfsburg wegen des VW-Stammsitzes im Bereich Ökonomie. Ulm war dagegen führend in den Bereichen Ökologie und Soziales. Weitere Städte auf den ersten zehn Rängen waren Freiburg im Breisgau, Darmstadt, Karlsruhe und Regensburg.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

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