Ahaus verkauft Weihnachtsbäume digital. Marburg bietet einen Weihnachtswald zum Mitschmücken. Gelnhausen sucht selbstgebaute Christbäume.

Die Belebung der Innenstädte ist gerade im Weihnachtsgeschäft ein wichtiger Schub für Handel und Gewerbe. Die Stadt Ahaus im Münsterland hat sich gemeinsam mit dem ansässigen Digitalunternehmen Tobit.Software eine besondere Aktion einfallen lassen. Das „Weihnachts(baum)shopping“ soll die Weihnachtsbegeisterten vom Gang in den Wald oder den Baumarkt abhalten. Mit der digital unterstützten Aktion will die Stadt die Innenstadt lebendig halten und Leerstände verringern.

Baumschlagen und Schmückaktion

In der Innenstadt von Ahaus stehen 500 Nordmanntannen bereit, die per individuellem QR-Code über eine App einzeln bestellt werden können. Zum Abschluss der Aktion am 18. Dezember werden die Bäume geschlagen. Den ersten Baum will Bürgermeisterin Karola Voß fällen. Anschließend können die neuen Eigentümer zuschlagen.

Auch viele andere Städte haben in der Adventszeit Weihnachtsbäume in der Innenstadt aufgestellt. Einige laden Eltern und Kinder zum gemeinsamen Schmücken ein. In der hessischen Universitätsstadt Marburg finden zudem um einen „festlich geschmückten Nadelwald“ musikalische Auftritte und mystische Begehungen statt.

Selbstgebaute Recyclingbäume

Für die hessische Kreisstadt Gelnhausen war es dagegen nach Ansicht von Politik und Verwaltung „ökologisch nicht vertretbar, die Stadt mit zahlreichen ‚echten‘ Bäumen auszustaffieren.“ Daher rief sie „handwerklich begabte und fantasievolle Bürger und Bürgerinnen auf, aus Leitern, Latten, Holzresten, Holzkisten oder welchen stabilen und wetterbeständigen Materialien auch immer, ihre ‚Traumtanne‘ zu gestalten, die dann im Stadtgebiet für Weihnachtsstimmung sorgen wird.“

Der schönste Weihnachtsbaum werde prämiert, heißt es aus der Stadtverwaltung. Nach der Weihnachtszeit stehen die Exponate dann im Bauhof zur Abholung bereit. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir trotz Energiekrise und Klimawandel unseren Kindern das Gefühl von Weihnachten in der Stadt vermitteln können – wir möchten ein Zeichen setzen und gleichzeitig die vorweihnachtliche Kreativität aller fördern“, erläuterte Bürgermeister Daniel Glöckner den Hintergrund der Aktion.

Verband betont gute Klimabilanz

Saskia Blümel vom Verband natürlicher Weihnachtsbaum e.V. (VNWB) hebt dagegen den Beitrag natürlicher Bäume zum Klimaschutz hervor. Für jeden zu Weihnachten gefällten Baum werde ein neuer Setzling nachgepflanzt, der als junger Baum eifrig CO2 binde. „Wir sind als grüne Branche sehr motiviert, den Kundenwünschen in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit nachzukommen“, sagte Blümel anlässlich der diesjährigen Saisoneröffnung in Boiensdorf bei Wismar.

Die Deutsche Weihnachtsbaumkönigin Sophia Adlberger bekräftigte, dass der Weihnachtszeit und dem Weihnachtsbaum gerade in schwierigen Zeiten eine wichtige Rolle zukomme. Jetzt sei es besonders wichtig, zusammenzukommen und ein Miteinander zu erleben.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

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