KfW IPEX-Bank finanziert Investitionsvolumen von 234,5 Millionen Euro für Chemnitz zusammen mit EIB und NORD/LB.

Die Stadt Chemnitz erhält 19 neue vollelektrische Zweisystem-Regionalstadtbahnen des Herstellers Stadler. Diese Tram-Trains können sowohl mit Straßenbahnstrom im Stadtgebiet, als auch mit Eisenbahnstrom im Umland fahren. So wird eine engere Anbindung des Umlands an das innerstädtische Netz in Chemnitz möglich. Die Investition folgt dem sogenannten Mobility-Owner-Konzept. Dabei werden Betrieb und Eigentum der Fahrzeuge voneinander getrennt. Die Fahrzeuge befinden sich im Besitz der Kommune, sie schreibt den Betrieb aus.

Finanzierung umfasst Wartungskapazitäten

Das Finanzierungsvolumen von 234,5 Millionen Euro umfasst laut Informationen der KfW IPEX-Bank auch die Refinanzierung eines 2016 errichteten Eisenbahnbetriebshofs für die Wartung und Instandhaltung von 29 Triebfahrzeugen des Elektronetz-Mittelsachsen. Ab dem Jahr 2025 sollen die neuen Bahnen ausgeliefert und ab 2026 planmäßig im Fahrgastverkehr eingesetzt werden. Zusätzlich ist der Bau eines neuen Wartungsdepots in der Nähe des Chemnitzer Hauptbahnhofs geplant, in dem die neuen Straßenbahnen und ältere Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gewartet werden sollen.

Die KfW IPEX-Bank, die Europäische Investitionsbank und die NORD/LB finanzieren den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs im Großraum Chemnitz. Gemeinsam stellen sie dem Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) für die Erweiterung seines Fuhrparks und der Wartungskapazitäten Kreditlinien von insgesamt 189 Millionen Euro zur Verfügung. Die EIB übernimmt davon 89 Millionen Euro. Die KfW IPEX-Bank und die NORD/LB, tragen jeweils 50 Millionen Euro bei.

Trennung von Betrieb und Eigentum

Andreas Ufer, Geschäftsführer der KfW IPEX-Bank, spricht im Zusammenhang mit der Investition von einem  „weiteren Leuchtturmprojekt für die Verkehrswende in Deutschland“. Dabei sei es zugleich ein Beispiel für das von der KfW IPEX-Bank forcierte Mobility-Owner-Konzept. Die damit verbundene Trennung von Betrieb und Eigentum hält die Fahrzeuge in kommunalem Besitz. Auf diese Weise bleiben sie nicht nur als öffentliche Werte erhalten, sondern auch die Handlungsspielräume der öffentlichen Hand gegenüber Betreibergesellschaften werden größer. Zudem können bei der Finanzierung der Fahrzeuge kommunalkreditähnliche Konditionen angesetzt werden. Darüber hinaus setze man bei dem neuen Fahrzeugpaket das Prinzip „Lieferung plus Instandhaltung durch den Hersteller“ um, so VMS-Geschäftsführer Mathias Korda. Dies trage zur Verlässlichkeit des Fahrzeugeinsatzes bei. .

Investition als Teil des Chemnitzer Modells

Die neue Investition ist Teil des sogenannten Chemnitzer Modells. Dabei handelt es sich um eines der zentralen ÖPNV-Projekte des Freistaats Sachsen. Es zielt auf ein attraktives regionales Verkehrssystem sowie eine Anbindung der Region an die Chemnitzer Innenstadt ab. Der VMS realisiert gemeinsam mit dem Freistaat und den Kommunen dieses Modell.

Insgesamt umfasst der Verkehrsverbund auf rund 5.000 Quadratkilometern die Landkreise Zwickau, Erzgebirge und Mittelsachsen sowie die Städte Chemnitz und Zwickau. Er schafft mit dem Nahverkehrsplan nach eigenen Angaben die Rahmenbedingungen für moderne und attraktive Angebote mit Bus und Bahn. Dafür arbeitet er mit 17 Verkehrsunternehmen zusammen. Als Aufgabenträger bestellt der VMS bei sieben Eisenbahnverkehrsunternehmen rund neun Millionen Zugkilometer.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

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