Masterplan Mobilität soll Verkehr auf Rad und ÖPNV verlagern. Bürgerbeteiligung setzt Prioritäten. Nachbarstadt Offenbach zieht nach

Der Masterplan Mobilität der Stadt Frankfurt am Main geht in die dritte Runde. Mit dem Abschluss einer Reihe von Mobilitätsforen steht nun die Ableitung von Handlungsoptionen auf dem Programm. Zuvor hatten die Berater der Mainmetropole den Status Quo analysiert und ein Leitbild entwickelt. Dabei sprachen sich die beteiligten Bürgerinnen und Bürger für den Umstieg vom Auto auf Radverkehr und ÖPNV aus.

„Der Dreiklang aus Fachexperten der beteiligten Beratungsunternehmen, dem Fachbeirat aller wichtigen Akteure in der Stadt sowie den Bürgerinnen und Bürgern ergibt am Ende ein gutes Ergebnis,“ sagte Wolfgang Siefert, Persönlicher Referent Mobilität im Dezernat Mobilität und Gesundheit der Stadt zur Einführung in das 3. Mobilitätsforum am 9. Juli 2022 voraus. Christoph Schulze, Geschäftsführer des beteiligten Beratungsunternehmens PTV Transport Consult, gab anschließend einen Überblick über den Masterplan-Prozess und stellte erste Ergebnisse vor.

Szenarien prägen Leitbildentwicklung

Vor etwa einem Jahr begannen die Arbeiten am Masterplan Mobilität in Frankfurt. Zunächst wurde der Status Quo der Verkehrssituation erfasst und als Trendszenario fortgeschrieben. Eines der Ergebnisse: Der Radverkehr nimmt deutlich zu und die Unzufriedenheit mit den Regelungen für Auto- und Radverkehr wächst seit Jahren. Zurückgeführt wird das auf die zunehmenden Konflikte um die Flächenaufteilung zwischen Rad- und Autoverkehr. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung würde nach Ansicht der Berater die Konflikte verstärken, die Attraktivität der Stadt mindern und die Treibhausgasemissionen erhöhen.

Dagegen wurden zwei Szenarien gestellt, die in drei Mobilitätsforen öffentlich diskutiert und bewertet wurden. Das Szenario „Umstieg“ unterstellt eine Flächenumverteilung des Straßenraums zugunsten des Rad- und Fußverkehrs. Das Szenario „Effizienz“ nimmt eine bessere Verkehrssteuerung und Elektrifizierung des Verkehrs an. In der Bewertung durch die beteiligten Bürgerinnen und Bürger werden dem Szenario „Umstieg“ ein deutlich höheres Verbesserungspotential im Vergleich zum Status Quo zugeschrieben.

Planungen reichen über Stadtgrenzen hinaus

Heiko Nickel, Referent im Dezernat für Verkehr und Gesundheit, verwies auf die übergeordnete Perspektive des Plans. Dieser ende nicht an der Stadtgrenze sondern wolle die Region einbeziehen. Dazu passend erstellt auch die Nachbarstadt Offenbach aktuell einen neuen Verkehrsentwicklungsplan. In ihm sollen „die strategischen Grundsätze und Leitlinien der Mobilität bis zum Jahr 2035 festgelegt werden,“ heißt es seitens der Stadt. Mit dem Verkehrsentwicklungsplan 2035 wollen wir ein modernes Mobilitätskonzept aufstellen, damit wir auf zukünftige Bedarfe vorbereitet sind“, erklärt Bürgermeisterin Sabine Groß. Bis zum 27. Juli 2022 finden dazu an fünf verschiedenen Terminen in unterschiedlichen Offenbacher Stadtteilen Mobilitätsforen statt.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

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