Um E-Busse einsetzen zu können, setzt die Stadt Marburg auf Oberleitungen, die die Batterien während der Fahrt aufladen.

Die Stadt Marburg arbeitet an der Mobilität der Zukunft. Mit Bundesförderung will sie einen elektrisch betriebenen Bus an den Start bringen, dessen Batterie während der Fahrt auf Teilstrecken über eine Oberleitung wieder aufgeladen wird. Das Bundesverkehrsministerium unterstützt das Vorhaben mit 1,5 Millionen Euro.

Batteriekapazitäten reichen nicht: Laden per Oberleitung

OBM Thomas Spies aus Marburg (Quelle: Stadt Marburg/Patricia Grähling)

OBM Thomas Spies aus Marburg (Quelle: Stadt Marburg/Patricia Grähling)

Hintergrund für den innovativen Ansatz ist die Topografie der Stadt in der Tallage, umgegeben von Bergen. Wollte man reine Batteriebusse in die Stadtteile höherer Lage fahren lassen, sei dies mit einer vertretbaren Batteriegröße nicht möglich, erklärt OBM Thomas Spies. Der sogenannte Batterie-Oberleitungsbus (BOB) soll dafür die Lösung bringen.

Der BOB fährt rein batteriebetrieben. Für den Weg hinauf in die Berglagen der Stadt gibt es eine Oberleitung. Über die kann der Bus während der Fahrt geladen werden. Dafür starten die Stadt und ihre Stadtwerke nun ein Planfeststellungsverfahren. Zuvor wurde das Projekt in einer Machbarkeitsstudie, ebenfalls finanziert vom Bundesverkehrsministerium, evaluiert.

Batterie-Oberleitungsbusse: 1,5 Millionen Euro vom Bund

Insgesamt werden die „Planungs- und Untersuchungsleistungen zur Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens zur Umstellung ausgewählter Buslinien auf einen Betrieb mit Batterie-Oberleitungsbussen (Hybrid-Oberleitungsbusse) in der Universitätsstadt Marburg“ mit rund 1,5 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium gefördert. Die Förderung steht im Zusammenhang mit der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung.

Das Modellvorhaben kann grundsätzlich dazu beitragen, der Reichweitenproblematik, was batteriegetriebene Busse angeht, entgegenzuwirken. Nach den nun startenden Planungen widmet sich die Stadt nach eigenen Angaben dem Aufbau und der Finanzierung der Ladeinfrastruktur, der E-Busflotte und des „digitalisierten“ Betriebshofs.

OBM Spies: „Leuchtturmcharakter“ in der Verkehrswende

Spies erhofft sich von dem Projekt einen „Leuchtturmcharakter“, der auch auf andere Städte wirkt. „Denn wir alle stehen vor den Herausforderungen der Verkehrswende, die wir schaffen müssen, um die Klimakrise in den Griff zu bekommen.“

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