„Einfach und niedrigschwellig“: Um den ÖPNV zu fördern und Fahrgäste zu gewinnen, führt die Stadt Tuttlingen ein Ein-Euro-Ticket ein.

Im Zusammenhang mit der Debatte um günstige Tarife im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) führt die baden-württembergische Stadt Tuttlingen ein Ein-Euro-Ticket ein. Die Stadt finanziert den günstigen Tarif und bringt dafür voraussichtlich einen niedrigen sechsstelligen Betrag auf. Das Ein-Euro-Ticket gilt im Stadtgebiet: Damit kostet jede Einzelfahrt einen Euro. Kinder zahlen 50 Cent. Ein Tagesticket liegt bei drei Euro.

Ein-Euro-Ticket soll ÖPNV „spürbar stärken“

Die Stadt unterbreite dieses „einfache und niedrigschwellige“ Angebot, um neue Fahrgäste für den ÖPNV zu gewinnen. „Mit diesem Projekt wird der ÖPNV spürbar gestärkt“, sagt Oberbürgermeister Michael Beck. Damit trage man sowohl verkehrspolitischen als auch klimapolitischen Zielen Rechnung.

Das Ein-Euro-Ticket ist Teil eines umfassenden Mobilitätskonzeptes, das der Gemeinderat beschlossen hat. Parallel dazu setzt die Stadt weitere Maßnahmen um, um Anreize für die Fahrt mit dem ÖPNV zu setzen. So sollen zukünftig Neubürger einen Monat lang die Tuttlinger Busse kostenlos nutzen können. Parallel erhöht die Stadt die Parkgebühren in der City.

Parkgebühren: Stadt hofft auf Gegenfinanzierung

Um den günstigen ÖPNV-Tarif zu finanzieren, greift die Kommune in die Tasche. Auf der Grundlage des bisherigen Ticketverkaufs rechne man bei der Einführung des Ein-Euro-Tickets mit Mindereinnahmen in Höhe von 205.000 Euro, heißt es auf eine Nachfrage von #stadtvonmorgen. Diese erstatte die Stadt dem landkreisweiten Verkehrsverbund. Zugleich erwarte man aufgrund des Ein-Euro-Tickets aber auch steigende Fahrgastzahlen – die daraus resultierenden Einnahmen verrechne man mit dem Aufwand.

„Für den Fall, dass sich die Zahl der Fahrten im Stadtverkehr verdoppelt – was anderswo erreicht wurde –, würde der Zuschussbedarf noch bei rund 120.000 Euro pro Jahr liegen“, erklärt ein Stadtsprecher auf Nachfrage. Durch die Erhöhung der Parkgebühren erwartet die Stadt zusätzliche Einnahmen in Höhe von 130.000 Euro. Damit wäre das Ein-Euro-Ticket mit Parkgebühren finanziert. Wie sich die Kalkulation in der Praxis erweist, werde sich im Laufe des Jahres zeigen, so der Stadtsprecher.

a.erb@stadtvonmorgen.de

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