Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen zieht eine positive Bilanz des Neun-Euro-Tickets. Das Deutschlandticket kann zum 1. Mai starten.

In der Debatte um die Einführung des Deutschlandtickets meldet sich der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zu Wort. Auf seiner gestrigen Jahrespressekonferenz blickte VDV-Präsident Ingo Wortmann auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, Energiekrise und Inflation zurück. Gleichzeitig habe das Neun-Euro-Ticket die Fahrgastzahlen temporär erhöht, so dass 2022 mit geschätzt 9,3 Millionen Fahrten immerhin 90 Prozent des Rekordniveaus des Jahres 2019 erreicht worden seien. Aus Sicht der Verkehrsunternehmen könnte das Deutschlandticket am 1. Mai starten.

5,6 Millionen Neueinsteiger erwartet

Mit dem Deutschlandticket als dauerhaftem Nachfolger des Neun-Euro-Tickets verbindet Wortmann die Erwartung weiter steigender Fahrgastzahlen. Der VDV prognostiziert 5,6 Millionen Neueinsteiger, die erstmals ein ÖPNV-Abo abschließen. 11,3 Millionen Umsteiger dürften aus bestehenden Abonnements in das neue Angebot wechseln.

Zunächst müssten Vorarbeiten erledigt und politische Beschlüsse gefasst werden. „Aus unserer Sicht kann es am 1. Mai losgehen mit dem Deutschlandticket, also Verkauf ab Anfang April“, stellt Wortmann fest. Er rechne mit deutlichem Fahrgastzuwachs und guter Beförderungsqualität, „auch wenn es mal voller wird“. Allerdings habe man mit der Modernisierung und des Ausbaus des ÖPNV noch eine „ungleich größere Mammutaufgabe“ vor sich. Deren Umsetzung sei auch für die Erreichung der Klimaschutzziele bis 2030 notwendig, die durch das Deutschlandticket allein nicht möglich sei.

Leistungsumfang noch nicht festgelegt

Zu den offenen Fragen gehören sowohl die Form des Tickets als auch der Leistungsumfang. So twitterte die Pressestelle des VDV: „Nach unserer Vorstellung wird es das Ticket zunächst überwiegend, aber nicht ausschließlich digital geben. Wir haben eine sehr heterogene Tarif- und Vertriebslandschaft. Nicht jedes Unternehmen hat durchdigitalisierte Vertriebssysteme, und viele Jobtickets oder Semester- und Schülertickets laufen noch als Papierfahrscheine. Da braucht es eine Übergangsfrist: aus unserer Sicht bis Jahresende.“

Es deute sich an, dass das Deutschlandticket nicht übertragbar und kein Ersatz für das sogenannte Job-Ticket sein werde. Auch die Mitnahme von Personen über sechs Jahren, Tieren und Fahrrädern werde wohl nicht gestattet. Gegebenenfalls werde es ein Upgrade für bisher nur für das jeweilige Bundesländer gültige Semestertickets geben.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

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