22 Stadtmarketingvereine aus Bayern kritisieren den hohen Zeitverzug bei den Coronahilfen. OBM Alexander Putz unterstützt den offenen Brief.

Die Situation für die Zentren und Ortskerne spitzt sich in der Coronakrise weiter zu. Offenbar setzt die nur zögerliche staatliche Hilfe zahlreiche Betriebe zusätzlich unter Druck. Nachdem in der vergangenen Woche bereits aus verschiedenen Städten wie Nürnberg die Rufe nach einem „Marshallplan“ für die Innenstädte laut wurden, weisen nun 22 bayerische Stadtmarketing- und Gewerbevereine auf die prekäre Situation hin. OBM Alexander Putz aus Landshut unterstützt deren offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder.

Überbrückungshilfen fließen zu zögerlich

In dem Schreiben, das der OBM-Zeitung vorliegt, bekennen sich die Gewerbetreibenden zu den Coronamaßnahmen wie dem Lockdown, die dem Schutz der Bevölkerung dienen. Sie erkennen auch die Überbrückungshilfen des Bundes an, die eine „Grundlage für eine Revitalisierung der Innenstädte nach der Pandemie“ seien. Allerdings bedeute „gut gemeint und gut beschlossen leider noch lange nicht gut gelungen“, heißt es in dem Schreiben.

„Teilweise sind die bürokratischen Hürden zu hoch, teilweise kann die Unterstützung erst zu spät beantragt werden, und teilweise dauert die Bearbeitung zu lange“, kritisieren die 22 Innenstadtakteure. Der Zeitverzug bringe viele insbesondere kleinere Unternehmen, „die gerade den Charakter unserer Altstädte ausmachen“ und die nicht über genügend Liquiditätsreserven verfügen, in eine existentiell bedrohliche Lage.

Innenstadtakteure warnen: „Die Zeit drängt“

„Die Zeit drängt, es ist wichtig, die Überbrückungshilfen noch rechtzeitig auszuzahlen“, fordern die 22 Stadtmarketing- und Gewerbevereine in ihrem offenen Brief. „Andernfalls sind die Folgen aus Sicht des Stadtmarketings als dramatisch zu bezeichnen. Jahrelange Bemühungen, Leerstände zu vermeiden und neu zu belegen, können jetzt sehr schnell umsonst gewesen sein.“ Sie warnen vor einem „irreparablen Schaden am Stadtbild und an der Identität jeder einzelner unserer Städte“.

Wolle der Freistaat Bayern eine Prägung, seine Tradition und seinen Charakter auch in Zukunft erhalten, sei jede Innenstadt dafür ein wichtiger Baustein. „Um eine Verödung zu verhindern, ist nun rasches Handeln gefragt.“ Neben OBM Putz aus Landshut und der dortigen Interessengemeinschaft Innenstadt haben das Schreiben die Akteure aus Amberg, Augsburg, Burglengenfeld, Dingolfing, Friedberg, Nabburg, Neuburg an der Donau, Nürnberg, Osterhofen, Regen, Schrobenhausen, Schwandorf, Tirschenreuth, Traunstein, Weißenburg und Würzburg unterschrieben.

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