Der Berliner Bürgermeister Michael Müller erinnert an die Frauenrechtlerin Marie Juchacz und fordert mehr Parität auch in den Parlamenten.

„Es ist das erste Mal, dass in Deutschland die Frau als Freie und Gleiche im Parlament zum Volk sprechen darf“ – das sagte Marie Juchacz in ihrer historischen Rede in Weimar. Am 19. Februar 1919 trat sie als erste Frau und Parlamentarierin vor der Deutschen Nationalversammlung auf. Nun, 100 Jahre später, erinnert Michael Müller, der Regierende Bürgermeister von Berlin, an ihre Rede und knüpft daran die Forderung, weiter für Gleichberechtigung zu streiten.

 

Gleichbehandlung und gleiche Chancen seien noch immer nicht selbstverständlich. Etwa erinnert Müller an die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit. „Eine bleibende Mahnung an uns ist auch die Tatsache, dass 1919 nur 37 Parlamentarierinnen unter den 423 Abgeordneten gewesen sind und dass Marie Juchacz die einzige Frau im parlamentarischen Schlüsselgremium für die Ausarbeitung der Weimarer Verfassung gewesen ist“, so Müller. „Hier weisen uns bereits neun der 28 Staaten der Europäischen Union und neuerdings auch unsere Nachbarn in Brandenburg mit ihren Gesetzen zur Nominierung von Frauen für die Parlamente nach nunmehr 100 Jahren gescheiterter Freiwilligkeitspolitik den richtigen Weg.“

 

Auch hinsichtlich der Europawahl am 26. Mai appellierte Müller dafür, demokratische Errungenschaften wahrzunehmen. 1919 hätten die Frauen ihr gerade erst erkämpftes Wahlrecht mit einer Beteiligung von über 80 Prozent wahrgenommen. Dies zeige ein Verständnis der Möglichkeit einer freien Wahl als Verpflichtung zum staatsbürgerschaftlichem Engagement.

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