Immer mehr Kommunen verwandeln sich in „Essbare Städte“. Es geht um das Stadterlebnis und um Nachhaltigkeit. Beispiel Düsseldorf

Düsseldorf setzt das Projekt „Essbare Stadt“ fort. Dafür animiert die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt ihre Bevölkerung dazu, selbst aktiv zu werden und Lebensmittel anzubauen. Auch im Stadtraum sollen öffentliche Obststräucher gepflanzt werden. Nach eigenen Angaben möchte die Stadt so „die Natur zurück in die Kommune holen, grüne Oasen fördern und damit gleichzeitig auf Themen wie saisonale und regionale Ernährung, aber auch Müllvermeidung und den Schutz des Klimas aufmerksam machen“.

Die „Essbare Stadt“ im Kontext der Klimaneutralität

Die Stadt sieht das Projekt im Kontext ihres Vorhabens, bis 2035 klimaneutral zu sein. Die Idee der „Essbaren Stadt“ zeige in diesem Zusammenhang Wege zu einem nachhaltigeren Lebensstil auf, heißt es in einer städtischen Mitteilung. Sie mache deutlich, dass der Anbau von Lebensmitteln im urbanen Umfeld möglich sei. Zudem fördere sie die Interaktion in der Stadtgesellschaft zum Thema Nachhaltigkeit.

Hochbeete als Komplettset, Obstbäume und Kita-Gärten

Konkret regt die Stadt ihre Bürger dazu an, sich selbst gärtnerisch zu engagieren. Dafür vergibt sie kostenlos und auf Bestellung Hochbeete als Komplettset. Darin können beispielsweise Obst, Kräuter oder Gemüse wachsen. Vereine und Gruppen mit mindestens drei Aktivisten können sich darum bewerben. Voraussetzung: Der Standort der Beete sowie das Ernten und Naschen müssen öffentlich zugänglich sein.

Zudem fördert die Stadt den Anbau und die Pflege regionaler Obstbaumsorten. Dafür stellt sie Apfel- und Birnbäume bereit. Die Pflanzung muss ebenfalls an einem öffentlich zugänglichen Standort geschehen – auch das Ernten muss öffentlich möglich sein. Darüber hinaus unterstützt die Stadt Projekte in Schulen und Kitas wie die Anlage von Gärten. Auch der öffentliche Raum soll „essbar“ werden: Im Stadtgebiet werden auf Kinderspielplätzen Johannisbeersträucher gepflanzt.

Was ist eine „Essbare Stadt“?

Das Konzept einer „Essbaren Stadt“ trifft seit den frühen 2000er Jahren in immer mehr Städten auf Anklang. Bei einer „Essbaren Stadt“ handelt es sich um eine Kommune, die das Wachstum von essbaren Nutzpflanzen wie Obst, Gemüsesorten oder Kräutern im öffentlichen Raum gezielt fördert. Die Pflanzen können öffentlich genutzt und frei geerntet werden. Zu den ersten „Essbaren Städten“ in Deutschland zählen Projekte in Andernach und Kassel.

Die Idee der „Essbaren Stadt“ hat mehrere Zielrichtungen. Erstens soll dadurch die Attraktivität des öffentlichen Raums und die dessen Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Zweitens steht die Bürgerbeteiligung im Fokus. Mancherorts steht das kommunale Engagement bei der Bepflanzung im Zusammenhang mit bürgerschaftlichen Initiativen für das sogenannte Urban Gardening und den Anbau von Nahrungsmitteln im Stadtraum.

Drittens geht es um Nachhaltigkeit, um Aspekte des Klimaschutzes sowie um Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Entwicklung des Profils einer „Essbaren Stadt“ soll nicht zuletzt dazu beitragen, das Bewusstsein für regional und nachhaltig produzierte Nahrungsmittel zu stärken.

a.erb@stadtvonmorgen.de

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