Die Europäische Kommission startet die Initiative „Green City Accord“ für grüne und gesunde Städte. Daraus soll eine urbane Bewegung werden.

Das Nachhaltigkeitsnetzwerk ICLEI Europe wirbt im Schulterschluss mit dem Deutschen Städtetag für den „Green City Accord“. Auf einer digitalen Konferenz stellte Holger Robrecht, der stellvertretende Regionaldirektor Europa, für ICLEI gestern die Intention des „Green City Accord“ vor. Der „Green City Accord“ ist eine Initiative der Europäischen Kommission. Sie zielt darauf ab, Städte grüner, sauberer und gesünder zu machen.

„Green City Accord“: Städte arbeiten an Nachhaltigkeitszielen

Mit dem „Green City Accord“ verpflichten sich Bürgermeister und ihre Städte freiwillig dazu, auf verschiedenen Themenfeldern an entsprechenden Nachhaltigkeitszielen zu arbeiten und regelmäßig über ihre Fortschritte zu berichten. Zielperspektive ist das Jahr 2030. Basis für das Engagement der Städte soll ein Beschluss des jeweiligen Lokalparlaments sein.

Konkret widmet sich der „Green City Accord“ fünf Bereichen. Es geht erstens um die Verbesserung der Luftqualität in Städten und zweitens um die Verminderung der Lärmbelastung im urbanen Raum. Drittens zielt der „Green City Accord“ auf die Qualität von Gewässern, auf Wasserschutz, eine effiziente Wassernutzung und die Verfügbarkeit von Wasser ab.

Viertens geht es um Biodiversität und Artenvielfalt sowie um die Ausweisung entsprechender Schutzzonen. Fünftens steht die Kreislaufwirtschaft im Fokus – vom Management von Haushaltsabfällen über die Minderung des Deponieaufkommens bis hin zur Steigerung der Wiederverwendung, einem konsequenten Re- und Upcycling.

„Green City Accord“: Über 60 Städte dabei, München einzige deutsche

Im Zusammenhang mit dem „Green City Accord“ geben die teilnehmenden Städte auf den jeweiligen Themenfeldern ihre Referenzwerte an und definieren auf deren Basis ihre Nachhaltigkeitsziele. Daraufhin beginnt die Handlungsphase. Darüber erstatten die Städte regelmäßig Bericht. Die Berichterstattung läuft im Turnus von drei Jahren und macht die Arbeit an der Zielerreichung transparent.

Bereits über 60 europäische Städte haben sich dem „Green City Accord“ angeschlossen. Die Aufbauphase wird im Auftrag der Europäischen Kommission von einem Konsortium koordiniert, das aus dem Städtenetzwerk Eurocities, ICLEI Europe sowie dem Rat der Gemeinden und Regionen Europas besteht. Aus Deutschland ist bisher lediglich die bayerische Landeshauptstadt München dem „Green City Accord“ beigetreten. Die Stadt Dresden bereitet gerade eine entsprechende Stadtratsentscheidung vor.

„Green City Accord“ als „Signal an die europäische Ebene“

Die Rolle der Kommunen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz sei eine „herausragende“, so Robrecht bei der Digitalkonferenz. Dies betreffe das Engagement auf lokaler Ebene. Das sei der Schlüssel, um Ziele des Klimaschutzes überhaupt umsetzen zu können. Gleichzeitig zeigten sich Umweltprobleme und die bedrohlichen Effekte des Klimawandels insbesondere in den Städten und in urban verdichteten Räumen.

Der „Green City Accord“ richte sich an Kommunen, die vor Ort eine „lebenswerte Stadtumwelt“ gestalten wollen, so Robrecht. Dabei bestehe „in Gesamteuropa“ in vielen Bereichen der Umweltarbeit noch „Nachholbedarf“. Insofern sei der „Green City Accord“ auch ein „Signal an die europäische Ebene“ und vorbildgebend im Sinne einer Handlungsaufforderung. Er könne gegenüber den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und der EU selbst Maßstäbe durch städtisches und kommunales Handeln setzen.

Der „Green City Accord“ könne hinsichtlich des Schutzes natürlicher Ressourcen „zur Bewegung europäischer Städte werden“, meint Robrecht. Die Städte fänden darin eine Plattform des gegenseitigen Austauschs und Wissenstransfers. Zudem unterstütze der „Green City Accord“ auf kommunaler Ebene die Erreichung der europäischen Klimaschutzziele, des European Green Deal, sowie der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, der Sustainable Development Goals.

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