Der Statusbericht Kommunaler Klimaschutz sieht Fortschritte. Aber für die Hälfte der Bevölkerung gibt es noch kein Klimaschutzmanagement.

Die Weltklimakonferenz in Ägypten ist beendet, die Ergebnisse sind ernüchternd. Der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern kommt politisch nicht voran. Doch vor Ort reagieren die Menschen nicht allein auf den Klimawandel. Auch die stark gestiegenen Energiepreise bieten Anlass zum Umdenken. Für den Präsidenten des Deutschen Städtetages, Markus Lewe, ist klar: „Wir brauchen mehr Mut und Tempo.“ Und: „Schnelleren Klimaschutz wird es nur mit den Städten geben.“

Klimaschutz beginnt in den Städten

In Baden-Württemberg würde man wohl ergänzen: … und in den Landkreisen und Gemeinden. Dort hat die Landesenergieagentur KEA-BW kurz vor der Klimakonferenz ihren Statusbericht Kommunaler Klimaschutz 2022 vorgelegt. „Viele Kommunen haben sich bereits auf den Weg zur Klimaneutralität gemacht. Auch die noch abwartenden Städte, Gemeinden und Landkreise steigen nach und nach in das Thema ein“, erklärt Dr. Volker Kienzlen, Geschäftsführer der KEA-BW.

Zu den aktiven Kommunen zählt der Bericht 146 Städte und 220 Gemeinden von insgesamt 1.101 Kommunen sowie 33 der 35 Landkreise. Sie gingen den Klimaschutz strategisch an und hätten alle ein integriertes Klimaschutzkonzept aufgestellt, stellt der Bericht fest. Das fehle dagegen noch bei 735 Kommunen, darunter ein Drittel der mittelgroßen Städte.

Planstellen für Klimaschutzmanagement fehlen

Für die Umsetzung der Klimaschutzkonzepte sieht der Bericht die Klimaschutzmanagerinnen und -manager in einer entscheidenden Rolle. Sie sind aktuell in 27 Landkreisen und 174 Städten und Gemeinden aktiv. Deren Bevölkerungszahl stellt etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung Baden-Württembergs. Vor allem in kleineren Kommunen sind bislang noch keine Stellen für die Umsetzung der Klimaschutzkonzepte geschaffen worden.

In der Umsetzung vor Ort kommen die Kommunen bereits voran. So erreichen nach Erkenntnissen der Landesbehörde 40 Prozent der Kommunen Energieeinsparungen durch ein kommunales Energiemanagement. Die Sanierungsrate bei Wohngebäuden steige an. Auch Nicht-Wohngebäude seien mit Fördergeldern des Landes energetisch saniert worden. Hinzu kämen effiziente Wärmenetze, für die der Bund Förderungen bereitgestellt habe.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

Info

Einige Praxisbeispiele veröffentlicht die Landesenergieagentur auf ihrer Website.

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