Die Eurocities-Jahreskonferenz endet mit dem Appell an die Weltgemeinschaft, die Kraft der Städte im Kampf gegen den Klimawandel zu nutzen.

Die europäischen Städte schicken ein „S.O.S.“, symbolisch in Form einer Flaschenpost, an die Regierungschefs der Welt in Glasgow. Der Klimawandel sei eine globale Bedrohung. Die Städte seien bereit dafür, den Kampf dagegen aufzunehmen. Diese Botschaft sendete Dario Nardella, Bürgermeister von Florenz und Präsident des Städtenetzwerks Eurocities, am Freitag bei der Eurocities-Jahreskonferenz in Leipzig an die Weltklimakonferenz COP26 nach Glasgow.

Kampf gegen Klimawandel: Städte müssen an Bord sein

„Der Kampf gegen den Klimawandel kann nur erfolgreich sein, wenn die Städte an Bord sind“, heißt es in der Botschaft an die Staatenlenker. Denn auf der lokalen Ebene spielten sich wichtige Weichenstellungen ab – etwa im Bereich der Energiewende, der effizienten Bauweise, der nachhaltigen Mobilität, der nachhaltigen Wirtschaft oder der sozialen Gerechtigkeit. Die Kommunen seien gefragt, wenn es darum gehe, die Transformation zu einer nachhaltigeren Lebensweise gerecht und inklusiv zu gestalten.

Gerade in den Städten und urbanen Räumen zeige sich die gesellschaftliche Transformation in hoher Dynamik. Diese Kraft gelte es zu nutzen. „Die Zukunft Europas, die Zukunft der Welt entscheidet sich in Städten“, so Nardella in der Eurocities-Botschaft.

Kritik an EU-Mitgliedsstaaten: Städte besser einbinden

Viele Städte seien sogar ambitionierter, was das Erreichen von Klimaschutzzielen betrifft, als nationale Regierungen und die Europäische Union. Exemplarisch erinnert Nardella an die Mayors Alliance for the European Green Deal, ein Netzwerk von Oberbürgermeistern, die den Klimaschutz forcieren. Entsprechend müssten die Städte in diesbezüglich wegweisende Entscheidungen eingebunden sein.

Zugleich müssten die nationalen und die europäische Regierungen die Rahmenbedingungen so gestalten, dass die Städte in Sachen Klimaschutz und Klimaanpassung bestmöglich handeln können. Dabei erinnert Nardella die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an ihre Konjunkturprogramme gegen die Coronakrise.

Die EU hat dafür einen Wiederaufbaufonds mit insgesamt 750 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, die auch der Transformation zu einer nachhaltigeren Lebens- und Wirtschaftsweise dienen sollen. Viele Städte fühlten sich in die Ausarbeitung der nationalen Wiederaufbaupläne allerdings nicht einbezogen. Aber: „Wir können den Kampf gegen den Klimawandel nur gewinnen, wenn wir auf lokaler Ebene erfolgreich sind.“

Das Foto oben zeigt Nardella mit Leipzigs OBM Burkhard Jung samt Flaschenpost.

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