Münster veranstaltet eine Klimakonferenz. Das Event ist ein Auftakt dafür, die Klimaarbeit ressortübergreifend im Stadtkonzern zu verankern.

Die Stadt Münster versteht den Klimaschutz als Querschnittsaufgabe. Dafür stellt sie als nach eigenen Angaben erste Stadtverwaltung Deutschlands die organisatorischen Weichen. So leite sie pionierhaft eine „neue Phase der Klimawende“ ein. Münster löst die Klimaarbeit aus einem Fachdezernat der Verwaltung heraus und verankert sie ressortübergreifend. Den Auftakt dafür bildete heute die erste Klimakonferenz der Stadt.

Klimawende Aufgabe des ganzen Stadtkonzerns

Bei der Klimakonferenz komme „der ganze Stadtkonzern – also die Kernverwaltung und die Unternehmen der Stadt – zusammen“, so Oberbürgermeister Markus Lewe. Es gehe darum, interdisziplinär und strukturiert miteinander zu arbeiten, um die „epochale Aufgabe“ der Klimawende gemeinsam zu meistern.

Zur ersten Klimakonferenz kamen über 100 Mitarbeiter aus dem städtischen Kontext. Darunter waren Vertreter aller Ämter und städtischer Eigenbetriebe wie der Stadtwerke oder der Abfallwirtschaftsbetriebe. Sie diskutierten konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität Münsters bis 2030. Unter den Vorschlägen ist die vollständige Dekarbonisierung der städtischen Fahrzeugflotte bis 2025. Vor wenigen Tagen wurde Münster von der Europäischen Kommission als eine von rund 100 europäischen „EU Mission Cities“ ausgewählt, die modellhaft bis 2030 klimaneutral werden wollen.

Klimaarbeit als „Aufgabe aller Bereiche“

Die Stadt sieht sich mit ihrer Klimakonferenz in einer Pionierrolle. Die neue Form der ressortübergreifenden Zusammenarbeit und der Verteilung der Verantwortung seien „zwei wichtige Hebel“ für die Klimaarbeit. Daraus resultiere „ein höheres Tempo, um mit übergreifender Zusammenarbeit schneller und dynamischer die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen“. Die Klimaarbeit sei nicht länger in einer Fachabteilung verhaftet, sondern sei „Aufgabe aller Bereiche der Stadtverwaltung“.

Das Format der Klimakonferenz sei „die erste Maßnahme im Rahmen dieses strategischen Wechsels“. Nun gelte es, „das gesamte Handeln und Planen der kompletten Verwaltung in den Dienst der Klimawende“ zu stellen. Dies betrifft auch die Interaktion mit der Stadtgesellschaft.

„Nichts geht ohne die Bürgerschaft“, sagt Lewe. Daher wolle man einen Prozess der breiten Bürgerbeteiligung anlegen und darin die Wirtschaft, die Industrie, die Wissenschaft oder Umweltorganisationen einbinden. Dafür soll im kommenden Jahr eine Stadtklimakonferenz stattfinden.

Info

Ein Videointerview mit Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe über den Klimawandel, die nötige urbane Transformation und die Rolle der Städte für das Erreichen europäischer Klimaziele gibt es hier.

a.erb@stadtvonmorgen.de

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