Um die Energiewende in die Breite zu tragen, setzen Städte neuerdings verstärkt auf Steckersolargeräte und legen eigene Förderprogramme auf.

Um mehr Bevölkerungsgruppen an der Energiewende zu beteiligen, entdecken Städte zunehmend sogenannte Steckersolargeräte und legen dafür eigene Förderprogramme auf. Die kleinformatigen Solaranlagen lassen sich etwa an Balkonen befestigen. Beispiel Bonn: Die Stadt habe ihr Förderprogramm in Sachen Solarenergie noch einmal „sozial nachgeschärft“, erklärt Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Auch Bonner in Mietwohnungen können jetzt mit geförderten Solarpanels an Balkonen nicht nur ihre Stromrechnung deutlich reduzieren, sondern einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Bonn und Düsseldorf mit eigenen Förderprogrammen

Konkret hat die Bundesstadt ihr „Förderprogramm Photovoltaik“ ausgeweitet und in „Förderprogramm Solares Bonn“ umbenannt. Es beinhaltet verschiedene Maßnahmen und Boni für den Photovoltaikausbau. Neben der Photovoltaik zur Stromproduktion geht es auch um Solarthermie zur Erzeugung von Heizungswärme. Was die Steckersolargeräte betrifft, sieht das Programm nun eine Förderung in Höhe von bis zu 600 Euro vor, für finanzschwache Haushalte bis zu 800 Euro.

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf setzt wie Bonn auf steckerfertige Solaranlagen. Im kommunalen Programm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf“ hat sie deren Maximalförderung nun ebenfalls aufgestockt: um 200 Euro auf 600 Euro. Dies soll nach Angaben der Stadt nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende leisten, sondern auch einen sozialen Effekt entfalten, nämlich hohe Stromkosten abmildern.

Land fördert kommunale Programme für Steckersolaranlagen

Dass Kommunen mit eigenen Förderprogrammen für Steckersolargeräte dazu beitragen können, die Energiewende inklusiv – also unter Einbezug möglichst vieler Bevölkerungsgruppen – zu gestalten, meint offenbar auch die rheinland-pfälzische Landesregierung. Steckersolargeräte eröffneten Mietern ohne eigenes Dach die Möglichkeit, nachhaltigen Strom zu erzeugen und an der Energiewende aktiv zu partizipieren, hieß es auf einer Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer vor wenigen Tagen.

Dabei stellte Dreyer ein 250 Millionen Euro umfassendes Klimaschutzprogramm des Landes, das sich gezielt an Kommunen richtet, vor. Auf der Liste der Maßnahmen, die das Land finanziell unterstützt, finden sich explizit auch kommunale Förderprogramme für steckerfertige Solaranlagen.

Info

Den Begriff der „Inklusiven Nachhaltigkeit“ prägt Florian Janik, der Oberbürgermeister von Erlangen. Im Gespräch mit #stadtvonmorgen erläutert er dessen Definition. „Es geht darum, Fragen von Nachhaltigkeit so zu denken, dass sie alle Teile unserer Gesellschaft erreichen.“ Das komplette Interview mit OBM Janik ist hier zu finden.

a.erb@stadtvonmorgen.de

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