Der parteilose Nachfolger von Simone Lange will mit seinem Flensburgplan die „Potenziale der Stadt besser nutzen“.

Flensburg hat einen neuen Oberbürgermeister. Der promovierte Jurist Fabian Geyer trat heute sein Amt in der Fördestadt an. In der Stichwahl am 2. Oktober 2022 hatte er sich mit 56 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaberin Simone Lange durchgesetzt. Die bisherige Oberbürgermeisterin war 2018 bundesweit bekannt geworden, als sie für den Bundesvorsitz der SPD kandidierte.

Fokus auf Flensburg

In seinem Wahlkampf konnte der von CDU, FDP und „Wir in Flensburg“ unterstützte Geyer mit Ministerpräsident Daniel Günther und Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen prominente Fürsprecher präsentieren. Mit dem Fokus auf die Stadt stellte er sich geschickt gegen die bundespolitischen Ambitionen Langes. Auf seiner Website hieß es dazu: „Mein Versprechen an Sie: Ich bin zu 100 Prozent Flensburg verpflichtet und strebe keine anderen politischen Ämter an.“

In einer Sondersitzung der Flensburger Ratsversammlung wurde Geyer am 9. Januar 2023 vereidigt. Anschließend betonte er, dass Flensburg nun seit 18 Jahren seine Wahlheimat sei, mit der er sich inzwischen fest verwurzelt fühle. Als Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Flensburg-Schleswig-Eckernförde war der gebürtige Essener bereits seit 2005 in Flensburg tätig. Er wolle vor allem Neues ermöglichen und die Bürger in die Entscheidungen mit einbeziehen, fügte er hinzu.

Zehn-Punkte-Plan für die Stadt

Im Wahlkampf hatte Geyer mit seinem „Flensburgplan“ bereits einige Vorhaben angekündigt. Neben Wohn- und Mobilitätsangeboten, Gesundheitsversorgung und Klimaschutz gehören dazu der Erhalt der Flensburger Brauerei, die Umgestaltung des Parkplatzes am Hafen in eine Promenade sowie die Belebung der Innenstadt durch einen City-Campus der Hochschule. Beim Klimaschutz ist der neue OBM allerdings nicht so ambitioniert wie seine Vorgängerin. Lange wollte Flensburg bis 2030 klimaneutral machen, Geyer plant jetzt mit dem Enddatum 2045.

Für die an der Grenze zu Dänemark gelegene Stadt schlägt Geyer zudem einen grenzüberschreitenden ÖPNV vor. Auch beim Ausbau der Radwege könne man sich am Beispiel Dänemark orientieren. Hinzu kommt die Idee einer deutsch-dänischen Klimapartnerschaft, die auch der Sicherung der Energieversorgung dienen soll. Schließlich setzt sich Geyer auch für die Sanierung von Sportstätten wie der Flens-Arena des Handball-Bundesligisten Flensburg-Handewitt ein.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

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