OBM Frank Nopper will OBM werden: Wenn am 29. November die Stadt Stuttgart ihren OBM wählt, kandidiert auch der OBM aus Backnang.

Vom OBM zum OBM: Frank Nopper, Oberbürgermeister von Backnang, bewirbt sich als Oberbürgermeister der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Im ersten Wahlgang führte er das Kandidatenfeld mit 31,8 Prozent der abgegebenen Stimmen an, erreichte aber nicht die absolute Mehrheit. Am 29. November findet der zweite Wahlgang statt. Wie es zur Kandidatur „vom OBM zum OBM“ kam und wie er als amtierender OBM Wahlkampf in einer anderen Stadt betreibt, erklärt Nopper im OBM-Interview.

OBM als OBM-Kandidat: „natürliche Weiterentwicklung“

OBM: Herr Dr. Nopper, es kommt nicht allzu häufig vor, dass ein Oberbürgermeister Oberbürgermeister werden möchte. Was hat Sie dazu bewogen, als OBM von Stuttgart zu kandidieren?

Frank Nopper: Insbesondere die Tatsache, dass Stuttgart meine Geburts- und Heimatstadt ist. Ich empfinde es als natürliche Weiterentwicklung. Ich bin über 18 Jahre Oberbürgermeister von Backnang. Diese Verantwortung möchte ich nun in der Stadt meiner Herkunft übernehmen.

OBM: Oberbürgermeister sind tief in ihrer Stadt verwurzelt. Sie wurden vor zweieinhalb Jahren für eine dritte Amtszeit gewählt. Wie erklären Sie es denn den Bürgern in Backnang, dass Sie die Stadt verlassen wollen? Was sagen die Bürger dazu?

Frank Nopper: Ich meine, dass es nach über 18 Jahren legitim ist, eine neue Funktion anzustreben. In den Reaktionen der Bürger erfahre ich dafür von der Mehrheit auch ein überaus großes Verständnis. Die meisten wünschen mir ein gutes Gelingen und geben dabei zugleich zu erkennen, dass Sie mich ungern ziehen lassen würden. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Stuttgart sprach mich ein junger Mann, der damals in Backnang wohnte, an, dass er mich 2002 nicht gewählt, dies aber später bereut habe. Es überwiegen solche positiven Reaktionen, die mich zusätzlich motivieren.

Wahlkampf: „Aktiv-, Abenteuer- und Erlebnisurlaub in Stuttgart“

OBM: Wie kriegen Sie beides unter einen Hut: die Amtsgeschäfte als Oberbürgermeister und der Oberbürgermeisterwahlkampf – wie geht beides zusammen?

Frank Nopper: Das geht nicht zusammen. In der Schlussphase des Wahlkampfs bin ich nur punktuell im Rathaus in Backnang. Für diese Zeit habe ich meinen kompletten Jahresurlaub von 52 Tagen, die ich in den Vorjahren nie vollständig aufgebraucht habe, genommen. Ich mache nun sozusagen Aktiv-, Abenteuer- und Erlebnisurlaub in Stuttgart.

OBM: Wenn Sie jetzt noch Urlaubstage übrig haben, bedeutet dies, dass Sie mit der Stichwahl gerechnet haben?

Frank Nopper: Ja. Wobei es in Baden-Württemberg ja keine Stichwahl gibt, sondern einen zweiten Wahlgang oder eine sogenannte Neuwahl. Damit musste man auch rechnen, denn es war von vorneherein unwahrscheinlich, im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu erreichen.

Wenn Sie nicht gewinnen: Machen Sie als OBM weiter wie bisher?

OBM: Wenn Sie die Wahl nicht gewinnen: Wie machen Sie weiter in Backnang – so wie bisher?

Frank Nopper: Ich gehe mit großem Elan in den OBM-Wahlkampf in Stuttgart. Sollte ich die Wahl nicht gewinnen, bleibe ich mit großem Elan Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Backnang.

OBM: Würden Sie dann auch für eine vierte Amtszeit in Backnang kandidieren?

Frank Nopper: Ich bin noch für fünfeinhalb Jahre gewählt. Hierüber eine Aussage zu treffen, wäre verfrüht. Das hängt auch mit Dingen zusammen, die keiner von uns beeinflussen kann, etwa gesundheitlichen.

OBM: Fernab des Wahlkampfs: Was ist das Reizvolle und das Herausfordernde an Stuttgart, was die Stadtentwicklung betrifft?

Frank Nopper: Die größte Herausforderung in dieser stark von der Automobilbranche geprägten Stadt sehe ich darin, die starke Wirtschaft mit sicheren Arbeitsplätzen in Einklang zu bringen mit dem Umwelt- und Klimaschutz. Das ist die große Herausforderung der nächsten Jahre.

Info: Neun Kandidaten bewerben sich um OBM-Amt in Stuttgart

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart traten am 8. November 14 Kandidaten an. Amtsinhaber Fritz Kuhn bewirbt sich nicht um eine zweite Amtszeit.

Nach dem ersten Wahlgang führt Nopper das Kandidatenfeld mit 31,8 Prozent der abgegebenen Stimmen an. Ihm folgen Veronika Kienzle (17,2 Prozent), Marian Schreier (15 Prozent), Hannes Rockenbauch (14 Prozent), Martin Körner (9,8 Prozent), Sebastian Reutter (4,4 Prozent), Michael Ballweg (2,6 Prozent), Malte Kaufmann (2,2 Prozent), Ralph Schertlen (ein Prozent) sowie John Heer, Issam Abdul-Karim, Marco Völker, Friedhild Miller und Werner Ressdorf (jeweils unter einem Prozent).

Nach dem ersten Wahlgang zogen fünf ihre Kandidatur zurück. Für den zweiten Wahlgang, der am 29. November stattfindet, sind noch neun Bewerber im Rennen. Dies sind: Schreier, Nopper, Rockenbauch, Miller, Abdul-Karim, Völker, Ressdorf, Schertlen und Ballweg.

Infos zur Wahl gibt es auf der Webseite der Stadt Stuttgart: https://www.stuttgart.de/service/wahlen/vorstellung-der-ob-kandidaten/vorstellung-der-kandidatinnen-und-kandidaten.php.

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