Mit der digitalen Steuerung des Verkehrs werden Anfahrtszeiten verringert. Hessen fördert das Projekt „Rapid BOS“ mit 2,27 Millionen Euro.

Rote Ampeln sind für die Feuerwehr im Einsatz eigentlich kein Hindernis. Staus erschweren die Einsatzfahrt schon eher. Doch wie kommen die ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer schnell zur Wache? Dafür hat die Stadt Bad Hersfeld gerade ein Projekt entwickelt, das den Hilfeleistenden den schnellsten Weg zum Einsatzort erschließt. Auch die anschließende Einsatzroute wird mit Hilfe von „Rapid BOS“ optimiert.

Das Projekt nutzt eine echtzeitfähige, offene urbane Datenplattform und soll unter anderem eine zentrale Ampelsteuerung beinhalten. Mit ihr kann Einsatzfahrzeugen eine bevorzugte Durchfahrt geschaltet werden. Dazu werden GPS-Positionsdaten in den Einsatzfahrzeugen in Echtzeit an das System gesendet. Ziel ist die Gewährleistung der gesetzlich vorgeschriebenen Rettungsfrist für Feuerwehr- und Rettungsdienste (BOS) von 10 Minuten auch in Zeiten hohen Verkehrsaufkommens.

Modellprojekt für andere Kommunen

Das Hessische Digitalministerium fördert das Projekt mit 2,27 Millionen Euro aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“. Digitalministerin Kristina Sinemus sagte bei der Übergabe des Förderbescheids: „Ich bin überzeugt, dass das Projekt Aufsehen erregen wird und auch andere hessische Kommunen davon profitieren werden, da volle Straßen im Stadtgebiet kein alleiniges Problem von Bad Hersfeld sind.“

Bisher gebe es nur wenige Versuche, die Einhaltung der Rettungsfrist mit Hilfe digitaler Ansätze zu gewährleisten, heißt es aus dem Ministerium. Daher könne das Projekt beispielhaft für andere Kommunen sein. Der Nutzen des Projekts soll durch eine wissenschaftliche Begleitung ermittelt werden. Zudem ist eine Anbindung an den Datenraum Mobilität (DRM) und den Mobilitätsdatenmarktplatz (MDM) des Bundes geplant.

Gründung des Smart Region Hub

Um die Erfahrungen auf andere hessische Kommunen zu übertragen, wurde in Bad Hersfeld der erste „Smart Region Hub“ gegründet. Bürgermeister Thomas Fehling begrüßte die Entscheidung: „Für den Digitalisierungserfolg in Deutschland mangelt es nicht an erprobten Projekten, Technologien und Lösungen. Was fehlt, ist ein ,Rollout‘ in die Fläche, mit dem bestehende gute Projektergebnisse übertragen und an weiteren Standorten schneller in die Umsetzung gebracht werden können.“ Geplant ist eine Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Smarte Regionen, die im Digitalministerium als zentrale Anlaufstelle für die Akteure der Smart Region in Hessen dient.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

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