Die Messe „dikomm“ läuft am 3. November in Essen. Organisator Michael Mattis übers Programm und die Digitalisierung von Verwaltungen.

Die Kongressmesse „dikomm – Zukunft digitale Kommune“ findet am kommenden Donnerstag, 3. November, in Essen statt. Für die Digitalisierung von Verwaltungen ist die dikomm eine Plattform des Dialogs und des Austauschs. Für die digitale Transformation von Kommunen zeigt sie Lösungen auf. Sie richtet sich insbesondere an Bürgermeister, Ressortleiter, Chief Digital Officer und IT-Verantwortliche im öffentlichen Sektor. Auf die Veranstaltung gibt Messeveranstalter Michael Mattis einen Ausblick. #stadtvonmorgen begleitet die dikomm als Medienpartner.

Digitalisierung prägt die Interaktion von Bürgern und Staat

#stadtvonmorgen: Herr Mattis, wo sehen Sie die zentralen Herausforderungen von Kommunen, was die Digitalisierung betrifft?

Michael Mattis: Die größte Herausforderung für Kommunen besteht meines Erachtens darin, zu erkennen, dass Digitalisierung die Lösung für gleich mehrere Aufgaben oder Probleme mitbringt. Wenn ausschließlich an Prozessoptimierung gedacht wird, greift dies zu kurz. Städte und Kommunen organisieren unser Zusammenleben und die Daseinsvorsorge. Das wiederum ist entscheidend für die Stabilität unserer Demokratie. Insofern ist die Interaktion zwischen Bürgern und öffentlicher Verwaltung von höchster Relevanz. Demgegenüber scheitern viele Bürger zum Beispiel an der neuen Grundsteuerreform und der damit verbundenen Eingabe ins Onlineprogramm Elster. Auch dass dabei teils Daten abgefragt werden, die öffentlichen Verwaltungen bereits vorliegen, führt bei den Bürgern zu Kopfschütteln. Das Beispiel zeigt: Die Digitalisierung prägt das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Behörden. Insofern zahlt eine gelungene Digitalisierung in der letzten Konsequenz auf die Zufriedenheit innerhalb unserer Gesellschaft, aber vor allem natürlich auf die Leistungsfähigkeit der Verwaltung und damit auch auf das Renommee der politisch Verantwortlichen ein. Ich glaube, dass heute noch viele Gemeinden und Städte sich dieser Möglichkeiten nicht bewusst sind.

#stadtvonmorgen: Inwiefern kann eine Messe wie die dikomm diesem Gedanken Rechnung tragen?

Michael Mattis: Mit der dikomm bieten wir eine Plattform für die Begegnung. Bei uns geht es nicht in allererster Linie um Bits und Bytes, nicht um einen digitalen Wow-Effekt. Auf der dikomm steht der Austausch auf Augenhöhe zwischen Anbietern digitaler Lösungen und den Menschen, die sie innerhalb der Kommunen für die Optimierung der Kommunikation beziehungsweise der Kooperation zwischen Bürgern und Verwaltung einführen wollen, im Mittelpunkt. Das Entscheidende ist, dass die Community voneinander lernt, also auch durch Gespräche unter Amtskollegen, und die praktikabelsten Anwendungen, Systeme oder Services auch kopiert, sodass sie mit wenig Aufwand in anderen Städten und Gemeinden schnell und einfach zu geringen Kosten genutzt werden können. Daher sprechen wir mit unserer Veranstaltung bewusst die Oberbürgermeister und Bürgermeister an, da wir davon ausgehen, dass das Verständnis für die Notwendigkeit der digitalen Transformation ganz oben in der Organisation der Verwaltung am ehesten verankert sein muss.

Kommunen sind bei der Digitalisierung unterschiedlich weit

#stadtvonmorgen: Welches sind die konkreten programmatischen Schwerpunkte der dikomm?

Michael Mattis: Hier gibt es unterschiedliche Schwerpunkte, denn Kommunen sind mit ihrer Digitalisierung unterschiedlich weit. Außerdem gibt es im Moment gerade auch für Stadtwerke, die ebenfalls zur Zielgruppe der dikomm zählen, besondere Herausforderungen. Ich denke insbesondere an die Energiekrise und die Gefahr, dass hier Insolvenzen drohen. Dies behandelt eine dikomm-Keynote von Andreas Hollstein, dem Geschäftsführer der nordrhein-westfälischen Landesgruppe des Verbands kommunaler Unternehmen. Aber auch andere Digitalthemen wie die ständig steigenden Angriffe im Bereich Cyberkriminalität, die Einführung einer bundesweit nutzbaren Sozialplattform und der Aufbau von smarten Regionen stehen im Fokus.

#stadtvonmorgen: Und welches sind dabei die wesentlichen Formate?

Michael Mattis: Die dikomm legt besonderen Wert auf die initiative Kommunikation zwischen Publikum und Lösungsprofis. Dazu gibt es gleich fünf unterschiedliche Formate, die wir den Besuchern und Teilnehmern anbieten. In einer Ausstellung zeigen sich in Präsenz und virtuell rund 45 Anbieter. Hinzu kommen Vorträge auf der dikomm-Bühne. Workshops beziehungsweise Master Classes geben Gelegenheit, relativ tief in ein einzelnes Thema einzusteigen. Hier geht es unter anderem um die Beschleunigung kommunaler Genehmigungsprozesse, Datenschutzkonformität oder den Glasfaserausbau. Als weitere Interaktionsoption stehen sogenannte Dialoginseln zur Verfügung: Darauf kann man spontan ein Thema initiieren, das man selbst gerne mit anderen diskutiert oder bei Angeboten von Ausstellern mitmachen. Schließlich gibt es eine Networking Area, die sowohl persönliche Kontakte als auch Verbindungen zu online zugeschalteten Teilnehmern ermöglicht.

Der persönliche Kontakt als Inspiration

#stadtvonmorgen: In diesem Jahr läuft die dikomm als hybride Veranstaltung – was erleben die Besucher im virtuellen Raum und was vor Ort? Was bringt der digitale Besuch, und lohnt es sich überhaupt, physisch nach Essen zu kommen?

Michael Mattis: Natürlich. Auch wenn online schon viel möglich ist, wir alle Vorträge per Livestream übertragen und die Aussteller virtuell mit einem Profil vertreten sind, bietet der Besuch vor Ort noch einmal eine andere Art der Inspiration – gerade durch die Dialoginseln oder das persönliche Netzwerken. Der direkte Erfahrungsaustausch mit anderen Bürgermeistern oder IT-Entscheidern aus dem öffentlichen Sektor und teils zufällige Begegnungen funktionieren im Web derzeit leider noch nicht im gleichen Maße wie bei realen Zusammenkünften.

Info

Weitere Informationen zur Messe und Anmeldungen gibt es auf der dikomm-Webseite. Der Eintritt für Besucher aus dem öffentlichen Sektor ist frei.

a.erb@stadtvonmorgen.de

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