Fünf baden-württembergische Städte vernetzen ihre KI-Kompetenzen: Dafür beteiligen sie sich an einer neuen Genossenschaft.

Die Regionen Karlsruhe, Stuttgart und Neckar-Alb schmieden eine Allianz, um ihre Kompetenzen als Standorte für Künstliche Intelligenz (KI) gemeinsam zu stärken. Dafür verlassen sie ausgetretene Pfade: Vor wenigen Tagen (am 19. Februar) gründeten sie eine Genossenschaft – die „Innovationspark Künstliche Intelligenz Baden-Württemberg eG“.

Genossenschaft für den „Innovationspark Künstliche Intelligenz“

Hintergrund der Genossenschaftsgründung ist der im Dezember ausgeschriebene Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg um einen „Innovationspark Künstliche Intelligenz“. Für den Aufbau eines solchen KI-Innovationszentrums stellt das Land Fördermittel in Höhe von 47,5 Millionen Euro bereit.

Mit der Gründung der Genossenschaft möchten die drei Regionen die dafür notwendigen Ressourcen und Flächen, auf denen später digital miteinander vernetzt gearbeitet werden kann, gemeinsam einbringen. Zudem möchten sie ihre jeweils vorhandenen KI-Kompetenzen bündeln.

Zu den Gründungsgenossen gehören die fünf Städte Karlsruhe, Stuttgart, Böblingen, Tübingen und Reutlingen. Darüber hinaus sind die TechnologieRegion Karlsruhe GmbH, die Digitale Innovationszentrum GmbH, die IHK Reutlingen, der Verband Region Stuttgart und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart sowie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation an der Genossenschaft beteiligt. Sie soll außerdem offen sein für weitere Partner aus Wirtschaft, aus Wissenschaft und von kommunaler Seite.

Vier Bewerber: Auch Freiburg, Heilbronn und Ulm

„Eine Genossenschaft als gemeinsames Dach verdeutlicht die Überzeugung und den Willen der Kooperation sowie die Offenheit für weitere Partner aus Kommunen, Regionen, Wirtschaft und Wissenschaft in Baden-Württemberg und darüber hinaus“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Genossen. „Miteinander vernetzte Standorte sollen dabei einen gemeinsamen KI-Experimentier- und Datenraum ermöglichen.“

Das Land hatte den Wettbewerb um einen KI-Innovationspark im Dezember ausgeschrieben. Bis zum 10. März erwartet es die endgültigen Konzepte der Bewerber. Insgesamt gibt es vier Bewerbungen. Neben der „Innovationspark Künstliche Intelligenz Baden-Württemberg eG“ kommen diese aus Freiburg, Heilbronn und Ulm. Die Bekanntgabe, welches Konzept gefördert werden soll, wird im zweiten Quartal des Jahres erwartet.

„Ein Ökosystem mit internationaler Strahlkraft“

Gemeinsamer Auftritt als Genossenschaft: Deckblatt der Bewerbung um den KI-Innovationspark. (Quelle: TechnologieRegion Karlsruhe)

Gemeinsamer Auftritt als Genossenschaft: Deckblatt der Bewerbung um den KI-Innovationspark. (Quelle: TechnologieRegion Karlsruhe)

In der neuen Genossenschaft ist Frank Mentrup, OBM aus Karlsruhe, Vorsitzender des Aufsichtsrats. Dessen Stellvertreter sind die OBM Frank Nopper aus Stuttgart und Thomas Keck aus Reutlingen. Mentrup weist insbesondere auf die hohe Dynamik und auf das Tempo in der interkommunalen Zusammenarbeit hin, die sich seit Dezember entfaltet hätten und die nun in die Genossenschaftsgründung mündeten. Dabei könne die Genossenschaft „auf ein fundiertes Konzept für den KI-Standort aufbauen“.

Das Konzept deckt die gesamte KI-Innovationskette von der Grundlagenforschung bis zur industriellen und gesellschaftlichen Anwendung ab. Es zielt darauf ab, KI-Innovationen unmittelbar vor Ort anwendungsreif zu machen, sodass sie für Unternehmen, insbesondere den Mittelstand und Start-ups, erreichbar sind.

So wird laut Presseinformation „ein Ökosystem mit internationaler Strahlkraft geschaffen, das neue Talente aus Hochschulen und Unternehmen, Start-ups und Investitionen weltweit anzieht sowie eigenständige inhaltliche Beiträge für europäisch souveräne, nachhaltige und sichere KI-Technologien für Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und öffentliche Hand hervorbringt“.

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