In der Coronakrise suchen Städte verstärkt die Kommunikation via Internet. Dabei drohen Aspekte des Datenschutzes in den Hintergrund gedrängt zu werden.

Die Coronakrise gibt der Digitalisierung zusätzlich Schwung. Da persönliche Kontakte eingeschränkt sind, bleibt oft nur die Kommunikation über digitale Kanäle. Dies erfordert aber eine umso höhere Sensibilität für den Umgang damit. Dazu gehört nicht zuletzt das Thema Datenschutz.

Die Pressekonferenz, die OBM Kurt Gribl heute in Augsburg via Facebook abhielt, zeigt allerdings, dass die Coronakrise im Augenblick offenbar Prioritäten vereinnahmt. Darunter könnten wichtige Aspekte wie der des Datenschutzes leiden.

Datenschützer warnen vor externen Plattformen

So warnen die Datenschutzbeauftragten verschiedener Bundesländer grundsätzlich davor, dass Städte allzu leichtfertig ihre Informationen über externe Plattformen und soziale Medien wie Facebook verbreiten. Denn erstens finden so die Bürger und Teile der Öffentlichkeit, die eben nicht auf diesen Plattformen unterwegs sind, keinen Zugang zu diesen Informationen. Oder sie werden, zweitens, mehr oder weniger dazu gezwungen, solche Plattformen, die auch bezüglich ihres Umgangs mit Nutzerdaten in der Kritik stehen, zu besuchen. Als Alternative könnte eine Stadt einen Livestream oder eine Videobotschaft über ihre eigene Webseite jedem frei zugänglich machen, raten Datenschützer. Dies gegebenenfalls auch parallel zu der Verbreitung über sonstige Plattformen.

Die Stadt Augsburg teilt auf Anfrage der OBM-Zeitung mit, dass sie eine solche technische Lösung zwar suche. Vor dem „Hintergrund der Coronakrise, die alle Kräfte in Anspruch“ nehme, dauere diese Suche allerdings noch an. Für die Stadt habe „derzeit die rasche und umfassende Information der Öffentlichkeit Priorität“. Daher verbreite sie das Format über Facebook.

Zweifellos ist die direkte Kommunikation der Stadt Augsburg via Internet innovativ, zukunftsträchtig und begrüßenswert. Aber: Corona ist kein Computervirus. Er darf den Datenschutz nicht angreifen.

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