Stabilität und Sicherheit der IT sind öffentlichen Verwaltungen wichtig. Bei der Resilienz bestehen noch Defizite, stellt eine Studie fest.

Die deutschen Verwaltungen in Bund, Ländern und Kommunen sehen mehrheitlich in der IT-Sicherheit (97 Prozent) und der Digitalisierung der Verwaltungsprozesse (93 Prozent) besondere Herausforderungen in den kommenden Jahren. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Branchenkompass Public Sector 2022“, die das Beratungsunternehmen Sopra Steria mit dem F.A.Z.-Institut veröffentlicht hat. Dazu wurden im August und September dieses Jahres 105 Entscheiderinnen und Entscheider aus deutschen Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen befragt.

IT-Sicherheit entscheidend

Im Hinblick auf zahlreiche aktuelle Krisen sind allen Befragten eine flexible und stabile IT-Infrastruktur besonders wichtig, 99 Prozent heben dabei eine zeitgemäße IT-Sicherheit als wichtigen Resilienz-Aspekt hervor. Bislang sehen jedoch nur 6 Prozent der Befragten eine sehr große Resilienz ihrer Verwaltung. Als einen Schlüssel für die IT-Sicherheit und die sichere Integration von E-Government-Prozessen nennt die Studie die digitale Souveränität. Für gut die Hälfte (57 Prozent) der Befragten sind die Abhängigkeit von IT-Dienstleistern und fehlendes Know-how Faktoren, die die digitale Souveränität einschränken.

Wichtig ist den Verwaltungen die Kontrolle über die eigenen Daten (93 Prozent). Im begleitenden Interview weist Laura Dornheim, IT-Stadträtin und CDO der Stadt München, auf die bedeutsame Rolle hin, die EfA-Lösungen spielen können. Durch Eigenentwicklungen könnten sich Städte unabhängiger von externer Software und Großunternehmen machen.

Institutionen müssen agiler werden

Patrick Burghardt, CIO des Landes Hessen, berichtet im Experteninterview von der engen Zusammenarbeit mit den hessischen Kommunen. Bereits seit 2019 gibt es die einheitliche Plattform Civento, auf der Prozesse zur digitalen Abwicklung von Verwaltungsleistungen hinterlegt seien. Die Kommunen könnten darauf zugreifen und die Prozesse an ihre lokalen Gegebenheiten anpassen.

Zur digitalen Souveränität gehört für Burghardt auch der Umgang mit Daten. „Derzeit gibt es eine reformbedürftige Registerlandschaft, die nutzerfreundlicher gestaltet werden muss“, stellt er fest. Auch im Hinblick auf die Bundesebene bemängelt er eine Starrheit der Institutionen. „Der IT-Planungsrat und auch die Förderale IT-Kooperation (FITKO) müssen dringend agiler werden“, sagt Burghardt.

g.schilling@stadtvonmorgen.de

Info

Die Studie „Branchenkompass Public Sector 2022“ ist auf der Research-Website von F.A.Z. Business Media veröffentlicht. Weitere Beiträge zur Digitalisierung der Stadt lesen Sie auf unserer Themenseite Smart City.

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