München ist Spielort der wegen Corona verschobenen Fußball-EM. Die UEFA will Zuschauer im Stadion, OBM Reiter kann dies nicht garantieren.

Die bayerische Landeshauptstadt München bleibt weiter im Fokus als Austragungsort der Fußballeuropameisterschaft 2021. Aufgrund der offenen Frage, ob zu diesem Zeitpunkt schon Zuschauer im Münchener Stadion zugelassen sind, ist der Spielort allerdings nach wie vor vakant. Das Exekutivkomitee des europäischen Fußballverbands (UEFA) hat die Entscheidung darüber gestern vertagt.

EM in München: OBM Reiter kann keine Zuschauer versprechen

Die paneuropäische EM soll vom 11. Juni bis 11. Juli stattfinden. Das Turnier findet europaweit statt. Wegen der Coronakrise wurde es um ein Jahr verschoben. Neun der zwölf EM-Städten haben eine Austragung der Spiele mit Zuschauern bereits zugesagt. Die deutsche Stadt München, Dublin und Bilbao haben sich diesbezüglich jedoch noch nicht festgelegt.

„Ich bedauere sehr, dass noch keine Entscheidung für den Spielort München getroffen wurde“, sagt Münchens OBM Dieter Reiter in einer heute verbreiteten Pressemeldung. Die Stadt habe sich für die UEFA stets als „zuverlässiger Partner“ erwiesen. Reiter setzt noch immer auf eine positive Entscheidung für München. Auf die Zulassung von Zuschauern legt er sich weiterhin nicht fest. Dies richte sich nach der jeweils gültigen bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

UEFA will Zuschauer in den EM-Stadien

Bereits in der vergangenen Woche traf sich der Oberbürgermeister mit Rainer Koch, dem Vizepräsidenten des Deutschen Fußball-Bunds, der Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee ist. Für die EM-Spiele strebt der Verband laut einer Presseinformation der Stadt München ein Zuschaueraufkommen in der Größenordnung von 25 Prozent der Stadionkapazität an. Demnach sagte Koch, dass die Zuschauer „natürlich nur dann zugelassen werden“ dürfen, „wenn es die Pandemielage vernünftigerweise zulässt“. Der DFB-Vize freue sich, wenn „auch die Stadt München die Haltung der UEFA als wünschenswerte Zielvorstellung ansieht“.

„Wir wünschen uns nichts mehr, als dass die Infektionszahlen sinken und wir immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens normalisieren können“, sagt Reiter. „Dazu gehören natürlich auch der Sport und die Zulassung von Zuschauern zu Fußballspielen.“ Doch „aus heutiger Sicht“ sei es „natürlich leider nicht auszuschließen, dass aufgrund des Infektionsgeschehens und entsprechender Vorgaben der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zu den Spielterminen im Juni keine Zuschauer zugelassen werden können“.

Zuschauer im Stadion: München schlägt drei EM-Szenarien vor

Für die Organisation der EM-Spiele schlägt die bayerische Landeshauptstadt drei Szenarien vor. Im „Lead-Szenario“ geht man von 14.500 Zuschauern oder 21,6 Prozent der Zuschauerkapazität des Stadions aus. Das „Upscale-Szenario“ ermöglicht rund 27.000 Zuschauern (40,2 Prozent der Stadionkapazität) einen Zugang zu den Spielen. „Aufgrund des nötigen Vorlaufs zur Umsetzung wird diese Variante von Tag zu Tag unwahrscheinlicher“, heißt es allerdings heute in einer städtischen Presseinformation. Das „Backup-Szenario“ sieht schließlich im Falle einer „anhaltend negativen pandemischen Entwicklung“ ein Spielformat mit 0 bis 7.000 Zuschauern (rund zehn Prozent der Stadionkapazität) vor.

Bis dato sollen in München drei Vorrundenspiele der EM mit der deutschen Nationalmannschaft sowie ein Viertelfinalspiel (2. Juli) ausgetragen werden. Bei den Vorrundenpartien handelt sich um die Begegnungen mit Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni). München ist, was die Ausrichtung von Fußballspielen angeht, die erfahrenste Stadt Deutschlands. Unter anderem liefen hier Spiele der WM 2006 und das Finale der Champions League 2012. Auch bei der EM 2024, die in Deutschland stattfinden soll, ist München eine der Spielstätten.

Aktuelle Beiträge

Aktuelle News, Debattenbeiträge und urbane Zukunftsthemen. Zweiwöchentlich und kostenlos.
JETZT ANMELDEN »
Der Newsletter für die Transformation der Stadt.
Der Newsletter für die Transformation der Stadt:
News, Debattenbeiträge und urbane Zukunftsthemen. Zweiwöchentlich und kostenlos.
NEWSLETTER ABONNIEREN »