Im Kontext der Frankfurter Buchmesse spricht OBM Peter Feldmann bei der Verleihung des Friedenspreises. Er mahnt die Messeorganisatoren.

Die Vergabe des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat Peter Feldmann, OBM von Frankfurt am Main, gestern für ein Statement gegen Fremdenfeindlichkeit genutzt. Im Kontext der Frankfurter Buchmesse war seine Rede ein Debattenbeitrag zum Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und der Präsenz rechter Verlage auf der Messe. Mit dem Preis ausgezeichnet wurde am Sonntag die simbabwische Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangrembga.

OBM Feldmann solidarisiert sich mit Autorin Kuhnke

Zuvor sorgte ein Boykott der Autorin Jasmina Kuhnke für Aufmerksamkeit. Die Schriftstellerin blieb der Messe fern, da sie sich nach eigenen Angaben von Rechtsradikalen bedroht fühlte und die dortige Präsenz rechter Verlage für sie eine zusätzliche Gefahr ausstrahle. OBM Feldmann nahm explizit auf den Fall Kuhnke Bezug und forderte von den Veranstaltern eine entsprechende Positionierung.

„Ich sage es sehr deutlich: Im kommenden Jahr möchte ich, dass alle Autoren sich sicher fühlen, nach Frankfurt zu kommen, dass sie hier geborgen, beschützt und willkommen sind“, so Feldmann laut Redemanuskript. Dies gelte uneingeschränkt, auch für Kuhnke. „Dafür stehe nicht nur ich, sondern die gesamte Stadtregierung, dafür steht die gesamte Stadt, dafür steht sicher auch die Buchmesse.“

Zwischen der Freiheit des Wortes und der Würde des Menschen

Die Freiheit des Wortes sei ein sehr hohes Gut. Doch er denke auch „an ein anderes hohes Gut, das in unserer Verfassung, im Grundgesetz, ganz oben steht“, so Feldmann. „Das ist die Würde des Menschen.“

Als Oberbürgermeister werde er nicht müde zu betonen, dass eine Stärke seiner Stadt ihre Vielfalt sei. In Frankfurt lebten Menschen aus 180 Nationen mit über 200 Sprachen. Kein Platz hingegen dürfe „für Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamophobie, Rassismus, Bedrohungen, Erniedrigung“ sein, so Feldmann.

Feldmanns Rede wurde unterbrochen vom leidenschaftlichen Auftritt der dunkelhäutigen Frankfurter Stadtpolitikerin Mirrianne Mahn, die engagiert gegen Rassismus eintrat und auf ein aus ihrer Sicht von den Messeveranstaltern geduldetes Paradoxon hinwies: „Rechtsradikale Ideologien sind keine Meinungsfreiheit.“ Mahn warnte vor dem „nächsten Hanau“.

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