Ein Statement des Aktionsbündnisses “Leben auf dem Land” zeigt, dass in der Debatte um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse unterschiedliche Vorstellungen herrschen.

In der Debatte um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland zeigen sich immer mehr Facetten. Beispielhaft dafür ist ein Statement des Aktionsbündnisses „Leben auf dem Land“. In einer Pressemeldung wendet es sich gegen Empfehlungen des Leinbiz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, künftig Förderimpulse auf die ostdeutschen Großstädte und Ballungszentren zu konzentrieren. Das Aktionsbündnis warnt „vor dem Schüren des Gegensatzes zwischen Stadt und Land“. Beides müsse zusammen gedacht werden.

Dieser Diskussionsstrang zeigt, dass offenbar unterschiedliche, teils konträre Auffassungen herrschen, was den Begriff der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland angeht. Während die einen auf einen Ausgleich zwischen Ost und West bedacht sind, fokussieren andere den Ausgleich zwischen Stadt und Land. Weitere Diskussionsstränge sind beispielsweise der Ausgleich zwischen finanzstarken und finanzschwachen Kommunen, wie ihn etwa das Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ fordert.

 

Zwischen Wachstum und Schrumpfung

 

Darüber hinaus zeigt eine Recherche der OBM-Zeitung (Ausgabe 2/18), dass es auch eines Ausgleichs zwischen Wachstum und Schrumpfung bedarf, wenn man über Gleichwertigkeit nachdenkt. Denn wachsende Städte haben mit spezifischen Herausforderungen wie einer Wohnraumknappheit zu ringen, die die Lebensverhältnisse vor Ort bestimmen, wohingegen schrumpfende Städte vor den Herausforderungen stehen, die sich aus Leerständen und Entleerungstendenzen ergeben.

 

Infrastruktur im ländlichen Raum stärken

 

In seiner aktuellen Meldung unterstreicht das Aktionsbündnis „Leben auf dem Land“ die Relevanz ländlicher Räume als Standorte für Unternehmen zahlreicher Branchen. Gerade regional verankerte Handwerks- und Industriebetriebe, Einzelhandel und Dienstleister sowie Gastronomen prägten die ländliche Wirtschaftsstruktur. Um diesen Bestand zu erhalten und weiterzuentwickeln, bedürfe es einer vorausschauenden Infrastrukturpolitik.

Dazu gehörten regionale Mobilitätsangebote, eine funktionsfähige Versorgung mit Bildungs- und Betreuungsangeboten, Gesundheitseinrichtungen, Kultur-, Wohn- und Freizeitelementen. Auch die Versorgung mit schnellem Internet und Mobilfunk unterstreicht das Aktionsbündnis. Ihm gehören der Industrie- und Handelskammertag, der Landkreistag, der Städte- und Gemeindebund sowie der Zentralverband des Handwerks als Partner des Bundeslandwirtschaftsministeriums an.

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