Fünf Städte gründen eine KI-Genossenschaft. Nach erfolgloser Wettbewerbsteilnehme fördert das Land Baden-Württemberg das Vorhaben trotzdem.

Die KI-Genossenschaft, die von Städten und Institutionen der Regionen Karlsruhe, Stuttgart und Neckar-Alb-Kreis gegründet wurde, kann nun doch auf eine Förderung des Landes Baden-Württemberg setzen. Ursprünglich bewarb sie sich als Standort für einen Innovationspark für Künstliche Intelligenz (KI) des Landes. Den Wettbewerb, der mit Fördermitteln in Höhe von rund 50 Millionen Euro verbunden war, hatte im vergangenen Juli allerdings die Stadt Heilbronn gewonnen.

Land Baden-Württemberg will KI-Genossenschaft fördern

Wie die Stadt Karlsruhe gestern in einer Presseinformation vermeldete, habe das Land mitgeteilt, Fördermittel für das Konzept „Innovationspark Künstliche Intelligenz Baden-Württemberg eG“ bereitzustellen. Dabei geht es um zehn Millionen Euro im Jahr 2022 und fünf Millionen Euro im Jahr 2023.

„Mit der Landesförderung können wir den KI-Park realisieren, unsere Stärken bündeln und unsere Städte und Regionen als Standorte von Wissenschaft und Wirtschaft stärken“, sagt OBM Frank Mentrup aus Karlsruhe. Mentrup ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Genossenschaft.

Künstliche Intelligenz: Genossenschaft will regional vernetzen

Die Idee der Genossenschaft ist die regionale Vernetzung. In der Genossenschaft wollen die beteiligten Kommunen ihre jeweilen Stärken in Sachen KI zusammenführen. Zu den Gründungsgenossen gehören die Städte Karlsruhe, Stuttgart, Böblingen, Tübingen und Reutlingen. Zudem sind weitere Organisationen, regionale Verbände und wirtschaftsfördernde Akteure Gründungsgenossen.

Als gemeinsames Dach möchte die Genossenschaft unter anderem die Bereitstellung von Flächen für KI-Vorhaben aus regionaler Perspektive koordinieren. Angeblich seien sogar schon Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro zugesagt gewesen, hieß es von der Genossenschaft nach dem verlorenen Landeswettbewerb im Sommer.

„Ökosystem für KI“: Genossenschaft offen für weitere Akteure

Mit der Genossenschaft wolle man ein „Ökosystem für Künstliche Intelligenz“ schaffen, so Mentrup. Der Mehrwert liege darin, dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt handele, in das jeder seine Kompetenzen einbringen könne. Ausdrücklich ist die Genossenschaft offen für weitere, relevante Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Auch andere Kommunen und Regionen können sich als Genossen einbringen. Dazu nennt Mentrup etwa die Städte Freiburg und Ulm, die ebenfalls an dem Landeswettbewerb um einen KI-Innovationspark teilgenommen hatten. „Die Einladung, unserer Genossenschaft beizutreten und sich hier einzubringen, ist ausgesprochen.“

Ziel: „europaweit einzigartige KI-Innovationsinfrastruktur“

Die Genossenschaft möchte nach eigener Information „eine europaweit einzigartige KI-Innovationsinfrastruktur, in der Unternehmen in Kooperation mit Wissenschaft, Gesellschaft und öffentlicher Verwaltung KI-Anwendungen, Produkte und Geschäftsmodelle entwickeln, erproben und internationale vermarkten können“, schaffen.

Dabei könne die nun in Aussicht gestellte Landesförderung „ein entscheidender Schritt sein, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit aller Akteure nachhaltig zu stärken“.

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