Städte hoffen auf eine rasche Umsetzung des Baulandmobilisierungsgesetzes. Auch die Immobilienwirtschaft zeigt sich erwartungsvoll.

Während die Städte auf eine rasche Umsetzung des Baulandmobilisierungsgesetzes vom Juni 2021 drängen, setzt die Immobilienwirtschaft ebenfalls Erwartungen in die neuen Regeln. „Auch aus Sicht der Immobilienwirtschaft ist es wichtig, Bauland zu mobilisieren, um überhitzte Wohnungsmärkte auch auf diesem Wege zu entlasten“, sagt Gabriele Schliep-Seitz, Leiterin Projektakquise und Projektentwicklung Wohnen bei der GBI Holding AG.

Länder müssen erst „angespannten Wohnungsmarkt“ feststellen

Gabriele Schliep-Seitz (Quelle: GBI Holding AG)

Gabriele Schliep-Seitz (Quelle: GBI Holding AG)

Das Baulandmobilisierungsgesetz gibt Kommunen neue Instrumente wie ein erweitertes Verkaufsrecht oder ein Baugebot in die Hand. Damit die Städte diese nutzen können, müssen die Länder zuvor allerdings einen „angespannten Wohnungsmarkt“ feststellen. Unter anderem hatten die Oberbürgermeister Florian Janik, Thomas Jung, Marcus König und Peter Reiß aus Erlangen, Fürth, Nürnberg und Schwabach zuletzt die bayerische Staatsregierung diesbezüglich zu raschem Handeln aufgefordert.

„Dass diese jetzige Initiative von den vier Oberbürgermeistern aus der Metropolregion rund um Nürnberg ausgeht, können wir als hier verwurzeltes Wohnungsbauunternehmen gut nachvollziehen“, sagt Schliep-Seitz dazu. „Wir starten bundesweit Projektentwicklungen und können dadurch vergleichen, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Oberfranken wirklich bedeutend ist.“

„Praktikable und schnell wirksame Instrumente“ für Städte

Grundsätzlich bräuchten Städte mehr wohnraumpolitischen Handlungsspielraum – bestenfalls bundesweit einheitlich. „Wir würden es begrüßen, wenn Städte mehr praktikable und schnell wirksame Instrumente in die Hand bekommen. Möglichst bundesweit, weil es ja mittlerweile kaum noch Bundesländer gibt, in denen es keine lokalen Wohnungsmangel-Hotspots gibt“, meint Schliep-Seitz.

Dabei könnten die Kommunen auch im Sinne der Nachhaltigkeit wirken. „Die Mobilisierung von Bauland muss natürlich ökologisch verträglich erfolgen. Bei den richtigen Rahmenbedingungen sehen wir viele Möglichkeiten, auf nachhaltige Weise für Entlastung zu sorgen.“

Geförderter Mietwohnungsbau als „wichtiges“ Instrument

Dabei verweist Schliep-Seitz zugleich auf den geförderten Mietwohnungsbau als „wichtiges Mittel im Kampf für bezahlbares Wohnen“. Gerade GBI setze diesen „konsequent energetisch nachhaltig um“. Dabei stelle das Unternehmen die Frage nach bezahlbarem Wohnen im Kontext spezieller Zielgruppen wie die der älteren Menschen mit geringerem Einkommen und Alleinlebenden. „Diese haben es angesichts der angespannten Situation auf dem Immobilienmarkt besonders schwer.“

Städtebaulich und für die Stadtgesellschaft könne die Bauwirtschaft verantwortlich handeln. Schliep-Seitz: „Wir wollen aktiv zur Entlastung der Mangelsituation beizutragen.“ Dem kämen unterstützende kommunale und staatliche Programme entgegen.

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