Die Bundesstiftung Baukultur legt einen „Kodex für Baukultur“ vor. Er definiert aus Sicht der Immobilienwirtschaft baukulturelle Grundwerte.

Die Bundesstiftung Baukultur hat gestern den „Kodex für Baukultur“ offiziell vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung für ein verantwortungsvolles Handeln bei der baulichen Gestaltung der Umwelt. Er richtet sich an Akteure der Immobilienwirtschaft – an Projektentwickler, Planer, die Bauwirtschaft, Bauherren oder Eigentümer. Auch für die Bautätigkeit von und in Kommunen ist er relevant.

Baukulturkodex: Verantwortung der Immobilienwirtschaft

Erarbeitet wurde der Kodex von der Bundesstiftung Baukultur und dem Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG). Er ziele auf die gesellschaftliche Verantwortung der Immobilienwirtschaft ab, so Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur bei der Präsentation des Papiers.

Der Baukulturkodex definiert verschiedene Grundsätze des Bauens. Er verfolgt den Ansatz einer „ganzheitlichen Baukultur“, der „fünf Grundwerte“ miteinander verbindet: ökologische Verträglichkeit, wirtschaftliche Machbarkeit, soziale Verankerung beziehungsweise Ausgewogenheit, hohe räumliche und gestalterische Qualität von Bauland und Umfeld sowie eine konsensorientierte Planungskultur.

Baukulturkodex betrachtet das Bauen ganzheitlich

Dabei öffnet der Kodex im Sinne der Ganzheitlichkeit mehrere Bedeutungsdimensionen. Unter anderem weist er auf die kulturelle Wertschätzung schützenswerter Bauten als Zeugen ihrer Zeit genauso hin wie auf die Umnutzung des Bestands im Sinne einer nachhaltigen Quartiers- und Gebäudeentwicklung. Zudem greift er die ökologische Dimension des Bauens im Hinblick auf Ressourcenschonung auf.

Genauso adressiert er den gesellschaftlichen Kontext, indem er dem Bauen das Ziel zuschreibt, funktionale Vielfalt und Nutzungsmischung städtebaulich zu fördern. Der Baukulturkodex begreift das Bauen als Prozess, der von einer kommunikativen und für alle Beteiligten transparenten Planung bis hin zur späteren Nutzung des Gebäudes – „Lebenszyklusbetrachtung“ – reicht.

Baukulturkodex erfasst ESG-Aspekte

In dem Baukulturkodex vereine man Ansprüche an die Immobilienwirtschaft unter den Aspekten Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung (Environment, Social, Governance, kurz: ESG), so Nagel. Eine Relevanz für Kommunen entfalte er dort, wo Kommunen etwa Bauherren sind oder Planungsprozesse prägen und gestalteten.

Dies betreffe etwa auch die Felder der Quartiersentwicklung und des Denkmalschutzes, so Sven Bienert, Vorstand des ICG. Insbesondere im Bereich der Umnutzung von Sakralbauten wie Kirchen sieht er in den nächsten Jahren Transformationsaufgaben auf Kommunen zukommen. Hier bedürfe es eines sensiblen Zusammenspiels zwischen der jeweiligen Stadtgesellschaft, den Eigentümern, den Kommunen und der Privatwirtschaft. Der Kodex könne hierfür aus Sicht der Immobilienwirtschaft ein grundlegendes Statement der gesellschaftlichen Verantwortung sein.

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