Düsseldorfs OBM Stephan Keller regt eine Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Czernowitz an. Kontakte nach Moskau legt er „auf Eis“.

Oberbürgermeister Stephan Keller aus Düsseldorf will dem Stadtrat eine Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Czernowitz vorschlagen. Darüber habe er bereits mit seinem ukrainischen Amtskollegen Roman Kalitschuk gesprochen. Sowohl Kalitschuk als auch die ukrainische Generalkonsulin Iryna Shum befürworteten die Partnerschaft. Dies teilt die Stadt Düsseldorf mit. In der vergangenen Woche hatte Keller die Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und der russischen Hauptstadt Moskau aufgrund des Kriegs in der Ukraine „auf Eis gelegt“.

Keller regt Städtepartnerschaft mit Czernowitz an

Die Idee einer Städtepartnerschaft keimt schon länger. „Auf verschiedenen Ebenen gibt es bereits enge Kontakte zwischen Düsseldorf und Czernowitz“, erklärt Keller. „Daher ist der Wunsch, dies nun in einer offiziellen Städtepartnerschaft zu besiegeln, bei vielen Akteuren der Stadtgesellschaft groß.“ Keller will „gerade jetzt, da die Ukraine von Russland angegriffen wird, diese Zeichen der Solidarität und der Freundschaft senden“.

Czernowitz liegt in der Westukraine und hat rund 200.000 Einwohner. Vor dem Zweiten Weltkrieg war sie eine Hochburg jüdischen Lebens und jüdischer Kultur. Die jüdische Gemeinde Düsseldorf unterhält laut Presseinformation der Stadt enge Beziehungen dorthin. Darüber hinaus bestehen auf Ebene der Städtediplomatie Kontakte: 2019 reiste eine Düsseldorfer Delegation um den damaligen Oberbürgermeister Thomas Geisel nach Czernowitz. Im selben Jahr nahm eine Delegation aus Czernowitz am Second International Mayors Summit on Living Together in Düsseldorf teil.

Städte stellen Partnerschaften mit Russland infrage

Derweil unterbrechen zahlreiche deutsche Städte ihre Partnerschaften mit russischen Kommunen. Gestern teilte beispielsweise Oberbürgermeister Frank Mentrup aus Karlsruhe mit, die Städtepartnerschaft mit Krasnodar aussetzen zu wollen. Die Kontakte, die im Zeichen des Friedens und der Völkerverständigung stünden, könne man angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine auf offizieller Ebene derzeit nicht pflegen, so Mentrup.

Andere Städte halten ihre Kontakte nach Russland hingegen gezielt aufrecht: Münster begreift seine Städtepartnerschaft mit Rjasan etwa als Kanal, um Signale des Friedens nach Russland zu senden.

Info

Intensiv begleitet #stadtvonmorgen die Reaktionen der deutschen Städte auf den Ukrainekonflikt. Hier geht es zu den neuesten Entwicklungen aus kommunaler Perspektive.

a.erb@stadtvonmorgen.de

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