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„Ein Schaufenster für Zukunftsthemen“

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„Weil es um nicht weniger als unsere Zukunft geht, die Zukunft von Wuppertal“: Der Bürgerentscheid über die Bundesgartenschau 2031 in Wuppertal war inszeniert als existentielle Weichenstellung für die Prosperität der Stadt. In einem Videoclip des eigens für die Buga-Organisation gegründeten Fördervereins war von einer „einmaligen Chance“ für die Stadtentwicklung die Rede. Als am 29. Mai 2022 die Bürger dann darüber entschieden, ob sich die Stadt für die Buga bewerben soll, fiel das Ergebnis knapp aus. 52 Prozent der Bürger votierten für die Buga. Nun will die Stadt das Event als „Katalysator für wichtige Zukunftsthemen“ nutzen, wie Oberbürgermeister Uwe Schneidewind im Interview mit #stadtvonmorgen sagt. (Das vollständige Interview mit Schneidewind erscheint mit dem #stadtvonmorgen-Newsletter am 23. August.)

Die Buga als Impulsgeber für urbane Transformation

„Für Wuppertal ist die Buga ein Meilenstein innerhalb eines urbanen Transformationsprozesses“, so Schneidewind. „Sie setzt auf dem Strukturwandel auf, in dem sich Wuppertal seit über 30 Jahren befindet, und weist in die Zukunft.“ Das Ereignis im Jahr 2031 wolle man mit Transformationsthemen verknüpfen, „die in Städten ohnehin anstehen“. Beispielsweise setze die geplante Bundesgartenschau Akzente für eine moderne urbane Mobilität, für den Städtebau, für Klimaresilienz oder für Kreislaufwirtschaft.

Zu den markanten Mobilitätsprojekten gehört eine Seilbahn im Umfeld des Zoos. Zudem soll das Großereignis den Ausbau der Fahrradinfrastruktur und des Umweltverbunds dynamisieren. Der Bau einer über 700 Meter langen Hängebrücke über die Stadt ist „der kühnste Baustein im Zusammenhang mit der Buga“, so Schneidewind. Nicht nur architektonisch, sondern auch hinsichtlich des Genehmigungsverfahrens bedeutet der Brückenbau Neuland und ist daher das ambitionierteste Vorhaben im Kontext der Gartenschau.

Mobilität, Städtebau, Klimaresilienz, Kreislaufwirtschaft

Uwe Schneidewind (Quelle: Stadt Wuppertal/Stefanie vom Stein)
Uwe Schneidewind (Quelle: Stadt Wuppertal/Stefanie vom Stein)

Städtebaulich erwartet sich Schneidewind „von der Buga wichtige Beiträge für die grüne Infrastruktur der Stadt, für das Stadtgrün im Klimawandel und die Klimaanpassung“. Die Aufwertung des vorgesehenen Buga-Areals im Umfeld des Bahnhofs Vohwinkel setze außerdem Entwicklungsimpulse für das Wohnen im angrenzenden Viertel.

Darüber hinaus verknüpfe man die das Event mit dem Streben der sogenannten Circular Valley Initiative und der Idee, Wuppertal zu einem internationalen Zentrum der Kreislaufwirtschaft zu formen. Die Buga solle für Aktivitäten, die die Kreislaufwirtschaft voranbringen, eine Plattform bilden. Schneidewind: „Die Buga ist Schaufenster für Zukunftsthemen, die die Stadt beschäftigen, und leistet dafür einen zusätzlichen Input.“ Mit all ihren Bedeutungsdimensionen und Anknüpfungspunkten spiele die Bundesgartenschau 2031 stadtstrategisch eine wichtige Rolle.

Die Kostenfrage bestimmt die Buga-Diskussion

Jedoch war die Entscheidung für die Bundesgartenschau im lokalen Diskurs umstritten. Während im Videoclip des Buga-Fördervereins von der Perspektive auf eine „nachhaltigere, grünere und schönere Stadt mit mehr Lebensqualität“ die Rede ist, verwiesen Kritiker mit Blick auf den Bürgerentscheid demgegenüber insbesondere auf die Finanzfrage.

Laut einer Machbarkeitsstudie kommen mit der Buga rund 70 Millionen Euro Kosten auf die Stadt zu. Belastet dies den ohnehin angespannten Haushalt der Stadt über Gebühr? Davor warnte unter anderem eine Bürgerinitiative im Vorfeld des Bürgerentscheids. Zudem kritisierte sie die aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Eingriffen in die Natur, die Infrastrukturmaßnahmen wie der Bau der Seilbahn sowie der Hängebrücke mit sich bringen.

Info

Das vollständige Interview mit Oberbürgermeister Uwe Schneidewind über die geplante Buga in Wuppertal erscheint am 23. August mit dem #stadtvonmorgen-Newsletter. Der Newsletter kann hier kostenlos abonniert werden.

a.erb@stadtvonmorgen.de

Andreas Erb ist Redakteur im Public Sector des F.A.Z.-Fachverlags. Für die Plattform #stadtvonmorgen berichtet er über urbane Transformationsprozesse, die Stadtgesellschaft und die internationale Perspektive der Stadt. Seit 1998 ist der Kulturwissenschaftler als Journalist und Autor in verschiedenen Funktionen tätig, seit 2017 als Redakteur im F.A.Z.-Fachverlag.