Bei der Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus greifen die Rädchen ineinander. Das föderale System und die kommunale Selbstverwaltung funktionieren. Grundsätzlich. Doch es werden auch Defizite in Extremfällen wie diesem erkennbar. Beispielsweise in der Metropolregion Rhein-Neckar.
Das Virus kennt keine kommunalen Grenzen
Unabhängig davon, ob man die Maßnahmen Ludwigshafens zum gegenwärtigen Zeitpunkt als Überreaktion bewertet oder ob man meint, Mannheim und Heidelberg unterschätzten die Gefahr – die Differenzen sind dazu geeignet, die Bürger zu irritieren. Denn das Virus kennt keine kommunale Grenzen.
Offenbar liegen in den Städten unterschiedliche Einschätzungen der aktuellen Gefahrenlage vor, die sogar in unmittelbar benachbarten Städten zu teils konträren Positionen führen und einem einheitlichen Vorgehen widersprechen. Wenn es schon bei der Abstimmung von unmittelbaren Nachbarstädten in zentralen Fragen wie der nach der Schließung von Einrichtungen hakt, bedarf es umso mehr einer einheitlichen Linie der Länder – oder einer klaren Ansage des Bundes.
Das Foto oben zeigt eine Szene aus dem Schauspiel „Medea“, das im Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen läuft. Auch das Theater ist von der Schließung aufgrund des Coronavirus betroffen.
Andreas Erb ist Redakteur im Public Sector des F.A.Z.-Fachverlags. Für die Plattform #stadtvonmorgen berichtet er über urbane Transformationsprozesse, die Stadtgesellschaft und die internationale Perspektive der Stadt. Seit 1998 ist der Kulturwissenschaftler als Journalist und Autor in verschiedenen Funktionen tätig, seit 2017 als Redakteur im F.A.Z.-Fachverlag.

